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Artikel vom 29.03.2008

Basel - Allgemeines

Brandstiftung im Bäumlihofgut

Im historisch und denkmalgeschützten Gehöfte in Riehen brannten Stall und Hauptökonomiegebäude

Von Redaktion



Die im Vollbrand stehende Scheune des Bäumlihofgutes. Fotos: Staatsanwaltschaft Basel © 2008


Bei einem Grossbrand im heimat- und denkmalgeschützten «Bäumlihofgut» in Riehen, sind am frühen Samstagmorgen, 29. März 2007, die Scheune mit Siloteil vollständig abgebrannt sowie das Hauptökonomiegebäude durch das übergreifende Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Personen und Tiere blieben unversehrt.



Das Hauptökonomiegebäude ist ebenfalls durch den Scheunenbrand stark beschädigt worden.



Wie die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt mitteilte, steht die Brandursache noch nicht fest, aber aufgrund erster Erkenntnisse müsse «mit höchster Wahrscheinlichkeit von einer Brandstiftung ausgegangen werden».

Erste Brandmeldungen gingen bei Polizei und Feuerwehr kurz vor 4.15 Uhr ein, worauf die Basler Berufsfeuerwehr vom «Lützelhof» ausrückte. Wegen des «massiven Feuers» wurde ebenso die Bezirksfeuerwehr Riehen/Bettingen aufgeboten.

Gemäss Staatsanwaltschaft dürfte der Brand wahrscheinlich in der Scheune mit dem Silo ausgebrochen sein und dann auf das Hauptökonomiegebäude mit Lagerbereich und Stallungen übergegriffen haben. Die Scheune wurde vollständig und das Hauptökonomiegebäude etwa zu einem Drittel durch das Feuer zerstört.

Beim «Bäumlihofgut» handelt es sich um einen Landwirtschaftsbetrieb, wobei die gesamte Anlage unter Heimat- und Denkmalschutz steht. Laut Staatsanwaltschaft steht die Brandursache noch nicht fest. Die entsprechenden Ermittlungen des Kriminalkommissariates und die Abklärungen der kriminaltechnischen Abteilung sind im Gang.

Die Polizei sicherte mit einem grösseren Mannschaftsaufgebot den Brandort ab, wobei die Aeussere Baslerstrasse / Riehenstrasse zwischen Habermatten und Eglisee für jeglichen Individualverkehr gesperrt werden musste. Die BVB-Tramlinie Nr. 6 war von dieser Massnahme nicht betroffen und konnte fahrplanmässig verkehren.

Glücklicherweise wurden bei diesem Grossbrand keine Personen verletzt, und keine Tiere kamen zu Schaden. Für allfällige Notfälle stand die Basler Berufssanität dennoch während den gesamten Löscharbeiten im Einsatz.




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Nach der Überlieferung ist der Bäumlihof, später «Klein-Riehen» genannt, aus einem Rebgut des Klosters Klingental hervorgegangen. Seit 1686 hat sich das Landgut - mit Ausnahme eines Unterbruchs von 14 Jahren - in den Geschlechtern Burckhardt, Merian und Geigy fortgeerbt.

Unter Samuel Burckhardt-Zäslin erfuhr der Bäumlihof am Anfang des 18. Jahrhunderts einen pompösen Aus- und Umbau. Im Stil von Le Nôtre wurde 1735 auch der Garten grosszügig umgestaltet und mit Hecken, Fontänen und Statuen der Zeit entsprechend geschmückt.

Zwei Generationen später, unter Samuel Merian-Kuder, erfuhr der Garten erneut eine Umwandlung in eine englische Anlage. Zu dieser Zeit umfasste das Bäumlihofgut Landbesitz bis ans Rheinufer. Und wiederum zwei Generationen später liess in den Jahren 1876 bis 1878 Johann Rudolf Geigy-Merian ein grosses gediegenes Herrschaftshaus errichten, welches leider, der Zeit entsprechend, 1951 wieder abgebrochen wurde, um dem Gut seinen ursprünglichen Charakter wiederzugeben.

Während es in früheren Zeiten jeweils einen einzigen Besitzer des Gutes gab, wurden nach dem Tod von Helene Geigy-Schlumberger der Bauernhof und der Park mit seinen verschiedenen Gebäuden unter den Familien und deren Nachkommen aufgeteilt. Dies führte zu zusätzlichen Zäunen und Hecken, welche dem Park die Einheit und Offenheit nahmen. Andererseits wurden die einzelnen Teile autonomer, was neue Projekte und Visionen ermöglichte.

Auf dem Bäumlihofgut ist vor wenigen Jahren der auf private Initiative entstandene «Hirzen-Pavillon» eröffnet worden: Ein lichtdurchfluteter Glasbau, welcher mit einem Auditorium, einer Lounge und Schulungsräumen als Oase der Meditation für Anlässe im Bereich Kultur, Wirtschaft und Politik geschaffen wurde. Der «Hirzen-Pavillon» steht dort, wo sich einstmals ein Hirsch-(Hirzen)-Gehege befand.




Das Bäumlihofgut liegt auf Riehener Boden und bildet mit seinen Feldern eine grüne «Grenzzone» zwischen Basel und Riehen.



Blick auf das Herrschaftsgebäude des Bäumlihofgutes und auf den Hirzen-Pavillon, die glücklicherweise von der Brandstiftung verschont geblieben sind.


Von Redaktion

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