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Artikel vom 30.01.2019

Gastronomie

Illhäusern von Guide Michelin herabgestuft

Nach 51 Jahren ununterbrochenen drei Michelin-Sterne ist die Auberge de l’Ill nun «keine Reise mehr wert»…

Von Jürg-Peter Lienhard



Gekrönte Häupter, Staatspräsidenten und Kulturschaffende sowie «gewöhnliche» Leute, aber mit einer Affinität für das Gute und das Schöne, gehören zur «Gastig» der «Auberge de l’Ill». © foto@jplienhard.ch 2019


Eines der allerbesten Häuser in Frankreich und seit 51 Jahren unbestrittenste erste Adresse im Elsass, die Auberge de l’Ill der Familie Haeberlin, verliert gemäss der neusten Ausgabe des Michelin-Reiseführers 2019 einen seiner drei goldenen Sterne. Für die Gourmets und für die gastronomische Reputation des Elsass eine Katastrophe. Für Marc Haeberlin, Sohn und Nachfolger des unübertroffenen Paul Haeberlin, «ein Schlag, der das ganze Team betroffen macht»…




Das war noch zu den Drei-Sterne-Zeiten in der «Auberge de l’Ill»: Aufnahme in der berühmten Küche mit Paul Bocuse ✝, Paul Haeberlin ✝, Pierre Romeyer ✝ und Marc Haeberlin, der derzeitige Chefkoch, fotografiert im Januar 1987 von J.-P. Lienhard❋ an der Verleihung des Ordre du Mérite an Paul Haeberlin durch den französischen Staatspräsidenten Giscard d’Estaign ✝. © foto@jplienhard.ch 2019 Für mehr hier klicken:

Noch immer gilt der «Guide Michelin France» als zuverlässigste Referenz, was die Bewertung der allerbesten Restaurants in Frankreich betrifft. Zwar werden die höchsten Auszeichnungen für Küche und Haus allgemein «Sterne» geheissen, doch die Notierungen in diesem Reiseführer im Umfang einer Bibel sind als Blümchen dargestellt. Statt geschwätziger und oft auch beleidigender Kommentare wie in dem als Unterhaltungslektüre konzipierten «Gault & Millau» gibt es im «Guide Michelin» sowieso keine Texte sondern nur Symbole in den Farben Schwarz und zu besonderer Hervorhebung in Rot.

Der «Blümchen-Hierarchie» liegt eine komparative Wertung zugrunde, die für einen «Stern» für «hervorragende Küche» und für zwei «Sterne» für «lohnt sich einen Umweg» steht; drei «Sterne» jedoch den Superlativ «ist eine Reise wert» bedeuten.

Bislang hat das Prädikat «ist eine Reise wert» viele gekrönte und ungekrönte Häupter aus aller Welt zu einer Reise in die «Auberge de l’Ill» in Illhäusern und mithin eben ins Elsass gelockt. Der Aufschrei, den die Aberkennung dieses einen «Blümchens» in den elsässischen Medien und in der Öffentlichkeit erzeugte, ist noch nicht verhallt und wird wohl noch einige Zeit anhalten: Haeberlins Illhäusern war gewissermassen Synonym für die elsässische Tafel- und Tischkultur, wiewohl die allgemeine Qualität der elsässischen Restaurants längst nicht mehr dem früheren exzellenten Ruf entspricht oder zu entsprechen vermag.




Das vierblättrige Kleeblatt der ganz grossen Gastronomen auf demselben Bild vom Januar 1987 fotografiert in der «Auberge de l’Ill» von J.-P. Lienhard❋. Von links: Paul Bocuse ✝, Paul Haeberlin ✝, Hans Stucki ✝, Jean-Pierre Haeberlin ✝. © foto@jplienhard.ch 2019

Von Jürg-Peter Lienhard

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https://www.auberge-de-l-ill.com/fr/



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