Nachricht vom 09.07.2008- 16:05

Endlich wieder ein junger Eselspinguin

BASEl. zoo.- Das erste Eselspinguin-Küken im Zoo Basel seit elf Jahren ist gesund und munter. Für den erfreulichen Nachzuchterfolg haben junge Pinguineltern aus dem Zoo Edinburgh gesorgt. Die beiden sind im Moment vollauf damit beschäftigt, dem kleinen Nimmersatt das Maul zu stopfen.

Wie bei Eselspinguinen üblich, hat das Elternpaar zwei Eier ausgebrütet, eines der Jungen ist im Alter von zehn Tagen gestorben. Auch im Freileben überlebt das schwächere Junge häufig nicht.

Für das am 3. Juni 2008 geborene muntere Küken hat ein Pinguinpaar, das im Januar 2006 aus Edinburgh nach Basel gekommen ist, gesorgt. Zuvor gestaltete sich die Aufzucht schwierig. Die vorwiegend alten Tiere legten entweder unbefruchtete Eier oder setzten sich nicht richtig auf ihre Brut, die in der Folge auskühlte.

Ob es sich beim Küken um einen Jungen oder ein Mädchen handelt, ist noch unbekannt. Äusserlich sind die Geschlechter bei Eselspinguinen nicht zu unterscheiden. Erst das Verhalten bei der Paarung oder eine DNA-Probe lässt auf das Geschlecht schliessen. Auch einen Namen hat das Kleine nicht.

Eselspinguine werden im Zoo Basel durch Farbringe am Flügel kenntlich gemacht. Weibchen tragen ihren Ring links, die Männchen rechts. Die Pinguineltern «grün links» und «grün rechts» sind im Moment unermüdlich damit beschäftigt ihrem kleinen Nimmersatt das Maul zu stopfen. Damit der Futterbrocken für das Kleine nicht zu gross wird, erhalten sie vom Tierpfleger extra klein geschnittene Fische und Krill.

Von den rund zehntausend bekannten Vogelarten sind nur 17 Pinguine. Die flugunfähigen Vögel sind auf die Südhemisphäre beschränkt.

Sie leben das ganze Jahr über im Meer und begeben sich nur zur Fortpflanzungszeit auf festen Boden. Eselspinguine brüten in Kolonien im südlichen Ozean rund um die Antarktis. Sie legen normalerweise zwei Eier in ein karges Moos- oder Kieselnest.

Als Fleischfresser sind Pinguine wichtige Glieder in den Nahrungsketten des Meeres. Sie jagen vor allem Krebse, Kalmare und Fische und verzehren wegen ihres hohen Energiebedarfes enorme Mengen: Die rund 23 Millionen Brutpaare fressen pro Jahr rund 540‘000 Tonnen Kalmare, eineinhalb Millionen Tonnen Fisch sowie 14 Millionen Tonnen Krebse. Das ist immerhin etwa ein Fünftel der Menge die der Mensch aus den Meeren holt.

Im Gegensatz zum Fischverzehr der Pinguine nimmt der pro Kopf-Konsum des Menschen übrigens stetig zu. Drei Viertel der weltweiten Bestände sind laut WWF bereits überfischt oder von Überfischung bedroht. Ein vernünftiger Verbrauch von Meerestieren hilft beim Schutz der Meerestiere mit. Der Zoo Basel verteilt deshalb ab sofort den «Einkaufsführer Fisch» ans Publikum.





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