Nachricht vom 30.05.2006- 14:37

Zur «Art 37 Basel»: «Art Film» im Stadtkino

Art 37 Basel
«Art Film» mit künstlerischen Glanzlichtern

BASEL. art.- Während der diesjährigen Art Basel wartet der Spezialsektor «Art Film» im Stadtkino Basel mit einem hochkarätigen Programm auf. Gezeigt werden unter anderem Filme und Video-Arbeiten aus Europa, Amerika und Asien. «Art Film» wird dieses Jahr von Benjamin Weil, Executive Director, Artists Space in New York kuratiert. Höhepunkte sind Filmabende in Anwesenheit von John Baldessari, Sharon Lockhart und Bob Wilson.

Art Basel war die erste Kunstmesse, die für das Medium Film eine eigenständige Plattform geschaffen hat. Seit 1999 wird unter optimalen Bedingungen im Stadtkino Basel (Steinenberg 7, Eingang via Kunsthallengarten) ein vielfältiges Programm mit Filmen von Künstlerinnen und Künstlern vorgeführt. Zu sehen sind Filme von international bekannten Künstlern sowie jungen, vom Publikum noch zu entdeckenden Talenten. «Art Film» wird dieses Jahr von Benjamin Weil, Executive Director, Artists Space in New York kuratiert.

Den Auftakt machen, am Dienstag Filme und Videoarbeiten von Sam Samore, Valérie Mréjen, Kendell Geers and S-338, Julien Berther, Deimantas Narkevicius, Yael Bartana und Donald Urquhart, G.R.A.M. + Josef Dabernig, Sislej Xhafa, Roth/Stauffenberg, Yasumasa Morimura und Clemens von Wedemeyer.

Der Mittwochabend steht ganz im Zeichen der amerikanischen, in Los Angeles lebenden und arbeitenden Künstlerin Sharon Lockhart. Zwei Filme werden von ihr gezeigt, «NO» aus dem Jahre 2003 und der über zwei Stunden lange Film «Pine Flat» aus dem Jahre 2005. Sharon Lockhart wird anwesend sein.

Am Donnerstag sind Arbeiten von Alice Anderson, TV Moore, Patricia Piccinini, Shahryan Nashat und Miriam Bäckström zu sehen.

Der Freitag steht wiederum ganz im Zeichen eines einzelnen Künstler: John Baldessari, von dem eine Auswahl von Filmen aus seinem langjährigen Schaffen gezeigt werden. John Baldessari wird anwesend sein.

Am Samstag wird der neue Dokumentarfilm «Absolute Wilson» über den Starregisseur Bob Wilson von der deutschen Regisseurin Katharina Otto-Bernstein gezeigt. Bob Wilsons Ästhetik hat die internationale Theater- und Opernwelt geprägt. Der Amerikaner hat sich aber auch einen Namen als Installations-Künstler gemacht. Die Regisseurin hat Bob Wilson während fünf Jahren begleitet. Sie konzentriert sich nicht nur auf die berühmten Produktionen des Künstlers, sondern zum ersten Mal spricht Bob Wilson vor der Kamera auch über sein Leben. Bob Wilson und Katharina Otto-Bernstein werden anwesend sein. Der Film wird von dem Kunstsammler This Brunner, einer der führenden Persönlichkeiten der Schweizer Filmszene, präsentiert.

Am Sonntag zeigen der Schweizer Künstler John Armleder und der bekannte amerikanische Musiker Arto Lindsay Filme des legendären brasilianischen Regisseurs Julio Bressane, der mit Filmen wie Miramar, São Jerônimo, Days of Nietzsche in Turin bekannt geworden ist. John Armleder wird anwesend sein.

Seit seiner Erfindung ist die Entwicklung des Films eng mit dem Schaffen bildender Künstler verknüpft. Ihr Einfluss auf den Film lässt sich mehr oder weniger in allen Phasen seiner Geschichte nachweisen, sei dies in Stil, Ausstattung, Kostümierung, Bildgestaltung, Lichtführung oder Farbwahl. Die Ikonen der Filmgeschichte ihrerseits haben eine Menge Künstler inspiriert, und einige inszenieren in ihren Werken Filme buchstäblich neu. Wieder andere Künstler haben sich direkt an das kommerzielle Filmformat gewagt und Filme, Sets, Szenarien geschaffen oder sogar geschauspielert. Alternative Formen des Filmemachens, von der Zeit der Untergrundfilme an, hatten zudem immer das Ziel, den Film von seinen Beschränkungen, von seiner vorgegebenen Bühne und dem kommerziellen Ritual zu befreien. Das Genre ist ohnehin sehr weit gesteckt, angefangen bei Projektionen im Freien, Film-Happenings, Kulissen für Musikveranstaltungen, B-Filmen, Video und Installationen, Lichtskulpturen usw. Das Filmprogramm der Art Basel gilt als Plattform, die ermög-licht, einige der Linien nachzuziehen, die die Künste heute verbinden, und bietet eine Gelegenheit, sich mit breiter gefassten Formen auseinander zu setzen, die beispielsweise ein Ausstellungsort nicht bedienen kann.





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