Artikel vom 06.03.2008

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Basel - Kultur

Französische Kulturwoche 2008

«Doppelzüngige» Lesung

Vier neue Theatertexte von jungen Autoren und Autorinnen aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz am Samstag, 15. März 2008, 17 Uhr, im Literaturhaus Basel

Von Redaktion



Das ist ein überraschender und erst noch mutiger Versuch zugleich, denn er kommt aus der Westschweiz - die Begegnung unserer beiden grössten Landessprachen in einer gemeinsamen zweisprachigen Veranstaltung während der Französischen Woche, die vom 10. bis 20. März 2008 dauert: Im Rahmen der 13. Schweizer Woche der Francophonie haben deutsch- und französischsprachige Autorinnen und Autoren im Literaturhaus Basel ihre Theaterstücke in die jeweils andere Sprache übertragen.

In dieser Übersetzerwerkstatt ging es zum einen um die Theatersprache und deren für die Bühne geeigneten Umsetzung. Andererseits um das, was sich einer adäquaten Übersetzung standhaft verweigert. Die Ergebnisse wie auch die gemeinsam gemachten Erfahrungen werden dem Publikum zweisprachig vorgetragen. Hier der deutsche Kurzbeschrieb von Auoren und Autorinnen und ihrer Werke:

Sabine Harbeke – Nachts ist es anders / La nuit, c’est différent

Im Wartesaal eines Krankenhauses, mitten in der Nacht, begegnen sich Mutter und Sohn, die darauf warten, dass die Enkeltochter/Tochter operiert wird. Ebenso anwesend: Zwei junge, betrunkene Freunde, die gekommen sind, um sich mit Drogen zu versorgen; eine junge Floristin; eine Krankenschwester, die mit Drogen handelt und in den Sohn der alten Dame verliebt ist… In diesem ruhigen und grotesken Durcheinander, wird diese Nacht auch jene einer zeitgenössischen Verständigung.

Angelika Overath – Nahe Tage / Des jours qui me sont proches

In der Wohnung ihrer eben verstorbenen Mutter wäscht Johanna in der Küche Kleider und verliert sich in Erinnerungen. Als die Pizza-Lieferantin auftaucht, die aus dem Kaukasus geflüchtete Svetlana, bittet Johanna sie, doch zu bleiben - unter dem Vorwand, sie feiere heute ihren Geburtstag… bei ihrer Tante. Bei einem spritzigen Rotwein tauschen sich die beiden jungen Frauen über ihre Schicksale aus…

Domenico Carli - Zattera

Auf einer «Zattera», einem kleinen italienischen Fischerboot namens «Moïra» (griech.: Schicksal), irren illegale Einwanderer unterschiedlicher Herkunft auf dem Mittelmeer umher, verlassen von ihrem Kapitän. Zerbrochene Träume, enttäuschte Hoffnungen… Die Stimmen vermischen sich und schaffen ein verzweifeltes und zugleich poetisches Universum. Werden sie eines Tages andocken können?

Dominique Ziegler – Building U.S.A.

Morton, Emporkömmling, der eine reiche, im Koma liegende Erbin geheiratet hat, erobert den Westen der Vereinigten Staaten, indem er eine Eisenbahnlinie baut und gleichzeitig Millionen von Indianern enteignet. Sein Sohn Stan verliebt sich in eine Indianerin. Morton gesteht, dass er seine Frau eigenhändig «beseitigt» hat, und kümmert sich um die Indianerin, damit Stan wieder in seine Familie zurückkehrt. Groteske und erschreckende Fabel über die Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika…

Im Anschluss an die zweisprachigen Text-Präsentationen ist eine offene Diskussion mit dem Publikum, den Dramatikerinnen und Dramatikern und den Vertretern der beteiligten Organisationen über die Vielfalt der Theatersprachen in der Schweiz, deren Übersetzung und Vermittlung, vorgesehen. Auch wird ein Apéro offeriert, der im Eintrittspreis von 15 Franken inbegriffen ist.


Info

Samstag, 15. März 2008, 17 Uhr im Literaturhaus Basel
Reservationen: Tel. +4161-261 29 50
Eintritt: 15 Franken

Eine Gemeinschaftsveranstaltung: Ecrivains associés du théâtre de Suisse; Autorinnen und Autoren der Schweiz; Centre de Traduction Littéraire de Lausanne; Literaturhaus und Alliance française de Bâle; Centre Dürrenmatt Neuchâtel; Semaine de la Langue Française et de la Francophonie

SABINE HARBEKE
Nachts ist es anders / La nuit, c’est différent
ANGELICA OVERATH
Nahe Tage / Des jours qui me sont proches
DOMENICO CARLI
Zattera
DOMINIQUE ZIEGLER
Building U.S.A.
COMÉDIENS / SCHAUSPIELER
Monica Budde, Gunda Nordmann
Martine Paschoud, Nathalie Sandoz
Gérald Chevrolet, Daniel Ludwig
Pascal Nordmann, Yves Raeber
TRADUCTEURS / ÜBERSETZER
Yla von Dach, Simon Koch




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