Artikel vom 03.03.2008

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Basel - Kultur

Aktualisiert: Stellungnahme der ABG

Unrühmliches Ende

Nun wird doch nichts aus dem vor Jahresfrist angekündigten Bibiliotheken-Pass für die Nordwestschweiz

Von Redaktion



Da waren sie noch bester Laune und voller Zuversicht: Der Vorstand des Blibliotheken-Passes Nordwestschweiz am 31. Januar 2007: Barbara Scholer, Beatrice Mahrer, Marc Joset, Klaus Egli, Christine Heuss, Gerhard Matter (v.l.n.r.). Foto z.v.g.


O je - der am 31. Januar 2007 gegründete Verein für den Bibliotheken-Pass Nordwestschweiz streicht schon die Segel, noch bevor sein ehrgeiziges Projekt vom Stapel lief. Der Verein meldete am Montag, 3. März 2008, in einem Communiqué, dass die Allgemeinen Bibliotheken der GGG Basel (ABG) aus dem Projekt ausgestiegen sind, wodurch die Einführung des Bibliotheken-Passes für die Nordwestschweiz wahrscheinlich nicht zustandekommt.

Die Initianten des Vereins, unter ihnen die Basler FDP-Grosssrätin Christine Heuss und Gerhard Matter von der basellandschaftlichen Kantonsbibliothek in Liestal, wissen noch nicht, wie sie den Scherbenhaufen kitten wollen. Bis zur Generalversammlung des Vereins am 30. Mai 2008, müssten sie eine Standortbestimmung vorgenommen haben, und dann erst wird sich zeigen, ob das Vorhaben endgültig gescheitert ist.

«Die Idee war bestechend», schreiben die «ausgebooteten» Vereins-Initianten in ihrem Communiqué: Nach dem erfolgreichen Oberrheinischen Museumspass wollten sie einen Bibliotheken-Pass für die Nordwestschweiz einführen. Mit einem einzigen Ausweils hätten den Inhabern möglichst alle Bibliotheken der Nordwestschweiz offenstehen sollen. Vorgesehen war der Start im Herbst 2008.

Doch jetzt ist alles ins Stocken geraten und droht wohl unterzugehen: Mit «Bedauern» habe der Vereins-Vorstand an der letzten Sitzung «zur Kenntnis nehmen müssen, dass die ABG (Allgemeine Bibliotheken der GGG Basel) aus dem Projekt aussteigen». Der Entscheid der ABG komme nach der «intensiven Zusammenarbeit und kurz vor den entscheidenden Beschlüssen völlig überraschend», klagen die Communiqué-Verfasser. Zumal «die Begründungen der ABG auf theoretischen Einschätzungen beruhen, bevor die konkrete Ausgestaltung des Passes zu Ende konzipiert werden konnte».

Immerhin: Es wäre der erste Bibliotheken-Pass in der Schweiz geworden, der möglichst alle Bibliotheken einer Region einbezogen hätte. Die Nordwestschweiz mit ihren rund 500'000 Einwohnern und einem dichten Verkehrsnetz wäre für ein solches Projekt prädestiniert gewesen.

Die rund 40 öffentlich zugänglichen Bibliotheken haben schon heute 125'000 eingeschriebene Benutzer. Sie leihen pro Jahr über vier Millionen Bücher und Medien aus. Eine repräsentative Umfrage im Kanton Basel-Landschaft im Jahr 2006 hat ergaben, dass 34Prozent der Bevölkerung eine und 15 Prozent mehrere Bibliotheken benutzen, weshalb nach Einschützung des Pass-Vereins das Potential für einen Bibliothekspass vorhanden ist.

Die Kantone (BS, BL, SO) jedenfalls stehen dem Projekt positiv gegenüber und stellten finanzielle Mittel aus den jeweiligen Lotteriefonds zur Verfügung. Doch wie weiter? Die ABG waren am Montag spätnachmittags nicht zu einer Stellungnahme zu haben.


red.- Am Dienstag, 4. März 2008, hat Christine Heuss, pikanterweise Mitglied der Bibliothekskommission der ABG und gleichzeitig Co-Präsidentin des Vereins Bibliotheken-Pass Nordwestschweiz, zusammen mit dem Direktor der ABG ein gemeinsames Communiqué herausgegeben, worin gewissermassen erklärt wird, dass der Verein Bibliotheken-Pass Nordwestschweiz eigentlich überflüssig ist: «Der fehlende Bedürfnisnachweis und die hohen Kosten sowie die Konkurrenzierung des eigenen Fundraisings haben die ABG letztlich dazu bewogen, sich aus dem Projekt zurückzuziehen.» Ausser Spesen, also nix gewesen… irgendwie durchsichtig-undurchsichtig…

Von Redaktion

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Artikel auf webjournal.ch zur Gründung des Vereins Bibliothekenpass auf

• Der ganze Wortlaut des ABG-Communiqués


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