Artikel vom 02.03.2008

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Ottokars Cinétips

«Mr. President, We Have a Problem!»

Just als er die Führer der Welt in Sachen «War Against Terror» unter einen Hut gebracht hat, wird auf den amerikanischen Präsidenten ein Attentat verübt

Von Ottokar Schnepf



Dennis Quaid als Secret Service Agent Barnes hält Ausschau nach Terroristen.


Mit «Rashomon» hat Akira Kurosawa bereits 1950 den ultimativen Beitrag, der mittlerweile auch Stammgast diverser filmischer Kanons geworden ist, zum Thema Wahrheitsfindung und subjektiver Wahrnehmung gestaltet. Ein wahrlich grosses Vorbild also, an das sich Pete Travis mit «Vantage Point» heranwagt.

Für die Sicherheit des amerikanischen Präsidenten während eines Staatsbesuches in Spanien sollen mehrere Agenten des Secret Service sorgen. Doch schon kurz nach seiner Ankunft wird Mr. President niedergeschossen, und eine Bombenexplosion kostet mehreren Menschen das Leben.

Diese dramatischen Ereignisse werden aus acht unterschiedlichen Blickwinkeln der Protagonisten geschildert. Bei dieser Gelegenheit gerät die Handlung schwer ausser Kontrolle, mancher vermeintliche Freund stellt sich als eigentlicher Feind heraus, und erst langsam fügt sich darauf das gesamte Bild wie ein Puzzle zu einem Ganzen zusammen.

Man könnte diesen Politthriller mit Superhandys clever konstruiert finden, hätte man ähnliches (aber ohne Handys) nicht schon wesentlich intelligenter und spannender im Kino gesehen. Neben dem bereits erwähnten Kurosawa kommt einem dabei noch Altmans «Short Cuts» in den Sinn.

Doch das scheint Regisseur Travis nicht zu kümmern - und er rechtfertigt seine Überheblichkeit mit der Ausrede «Es geht um Krieg gegen den Terror», als hätte George W. Bush ihm diesen Satz in den Mund gelegt, bzw. ins Drehbuch geschrieben…

Wenn schon das Thema nicht überzeugt, an der Besetzung sollte das Projekt nicht scheitern, agieren doch neben Dennis Quaid so hervorragende Schauspieler wie Sigourney Weaver, Forest Whitaker und William Hurt. Doch sie alle wirken gesichts- und führungslos - in diesem schizophrenen Film nach einem löchrigen Drehbuch.

Von Ottokar Schnepf


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