Artikel vom 19.01.2008

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Basel - Kultur

Avec text en langue française à la suite

Über 100‘000 Eintritte…

Morgenstreich-Stimmung in Basel an der 8. «museumsnacht basel»

Von Redaktion



Das milde Januarwetter ermöglichte die Verpflegung der Publikumsmassen mit Gegrilltem im Hof des Völkerkundemuseums, wo zurzeit die roten Verbotsschilder auf die Ausstellung «Rot» hinweisen. Alle Fotos der folgenden Fotostrecke: J.-P. Lienhard, Basel © 2008


Ein Gedränge wie am Morgenstreich und rekordverdächtig mehr als 100‘000 Eintritte. Das ist die vorläufige Bilanz der «museumsnacht basel», die am Freitag, 18. Januar 2008, zum achten Mal in Basel bis weit in die Morgenstunden hinein das Publikum in Bann zog.

Für die Veranstalter ist mit den mehr als 100‘000 Eintritten, die bis eine Stunde vor Schluss um 2 Uhr in der Frühe, gezählt worden waren, die Fortsetzung der «Erfolgsgeschichte der «museumsnacht basel»»: Der Ansturm auf über 30 Museen und acht Gastinstitutionen hat auch in dieser Ausgabe unvermindert angehalten.

Mit ein Grund für den sogenannten Event sind die jeweils neuen Angebote und die originellen Ideen, womit die Museums-Mitarbeiter ihre Gäste jeweils von neuem überraschen. Das «baslerische Fasnachtsvirus» dürfte dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen - ist es doch Ausdruck einer variantenreichen Originalität und herzlicher Volkskunst, welche die Ausstellungen, Führungen, Konzerte, Lesungen, Workshops, Spiele, Tanz und Geschichten umrahmten und eine unvergleichliche Stimmung herbeizauberten.




Besondere Anziehungskraft genossen in diesem Jahr etwa das «Tiefsee»-Programm im Naturhistorischen Museum, die Tangoshows im Musikmuseum, die Ballett-Performance vor Oskar Kokoschkas «Windsbraut» im Kunstmuseum, die Veranstaltungen rund um «Le Corbusier» im Vitra Design Museum von Weil am Rhein, das Anatomische Museum, bei dem das Herz mit all seinen Facetten im Zentrum stand, und die Wurststafette im Ausstellungsraum Klingental.

Vor allem war immer wieder zu beobachten, dass das Publikum sich vertieft mit den Museumsthemen und den Sammlungsobjekten auseinandergesetzt hat.

Grosser Anteil an Jungen

Augenfällig war die Zusammensetzung der Besucherströme, wo man deutlich merkte, dass gewissermassen sämtliche Schichten der Bevölkerung vertreten waren, zumal solche, die unter dem Jahr kaum einen Fuss in ein Museum setzen dürften…

Augenfällig auch der grosse Anteil an Jugendlichen, deren Interesse manchmal eher dem «Rotten-Erlebnis» als dem Gezeigten galten. Nicht wenige Jugendliche sah man mit Bierbüchsen unterwegs, was eben wiederum auf «Fasnachts-Event» hindeutete. Zumal dieses Jahr Besucher unter 26 Jahren Gratis Eintritt genossen.




Sehr stark vertreten waren Besucher aus dem badischen Raum und, gemäss Veranstalter, «spürbar mehr aus der frankophonen Nachbarschaft», wobei «frankophon» erstaunt, denn Elsässischsprechende sind offenbar ausgestorben, und diejenigen Elsässer, die nur noch Französisch parlieren, haben ziemliche Berührungsängste über die Grenzen, wohnten sie noch so nah daran… Um so erstaunlicher: die Fremdsprachenangebote sind denn sehr gut besucht worden, auch jene in englischer Sprache, stellten die Veranstalter fest.

Bis eine Stunde vor Schluss ist mit rund 100'000 Museumseintritten der Besucherrekord vom vergangenen Jahr wiederholt worden und dürfte nach der definitiven Auszählung der verkauften Eintritte noch übertroffen werden.

Museen leisteten hervorragende Arbeit

Laut Veranstaltern sind die Museen «äusserst zufrieden mit der diesjährigen «museumsnacht basel»». Der einzelne Besucher merke jedoch kaum, welch beachtliche Leistung und wie viele Vorbereitungsstunden in jedem Museum dafür investiert werden müssen. So schätzen die Veranstalter die Zahl der Mitarbeitenden auf über 1'000 Personen, die zum Teil ihren Einsatz als Freiwilligenarbeit leisten.

Die nächste «museumsnacht basel» steht schon fest: sie wird am 16. Januar 2009 den diesjährigen Besucherrekord vielleicht nochmals übertreffen - Januarloch hin oder her…


Foto-Impressionen von der «museumsnacht basel» 2008
Fotografiert von J.-P. Lienhard, Basel © 2008





Aus aller Welt: Appetiliches exotisches Angebot des Museums der Kulturen.




Treffpunkt für die nächtlichen Museumsbesucher ist der Münsterplatz, von wo die Shuttle-Busse sternförmig zu den 30 Museen in Basel, Weil am Rhein und Münchenstein sowie zu den Schiffsanlegestellen fahren.




Der Doktorfisch und der Vehdoktor sind beides exotische Bezeichnungen: Erstere für einen Fisch im Aquarium Nummer 18 des Zolli-Vivariums und zweitere für die durchaus ehrenwert gemeinte elsässische Bezeichnung für einen hierzulande hochdeutsch geheissenen «Tierarzt», der hier in der Person von Christian Wenker die Flasche schwenkt…




Erstaunlich ist, was man als Besucher des Basler Zollis im Vivarium nur in der Museumsnacht sehen kann: Dass Fische eben auch Fische fressen müssen, sonst ist ihr Fischleben schnell ausgehaucht…




Der Zolli ist sowieso Heimat von vielen Gifttieren - warum also nicht auch von Giftmischern? An der Gift-Bar während der Museumsnacht im Vivarium jedenfalls wurde nebst einem giftig grün-gelben Gift-Cocktail gleich auch das Gegengift - campari-rot - gereicht…




Kultur und Abfall: «Stimmungsbild» vor dem historischen Museum: Immer mehr geht das «Estime» verlustig…




Der einzige Abfalleimer auf dem ganzen Münsterplatz ist nicht gross genug, weshalb selbst die Ordentlichen unfreiwillig Abfallsünder werden.


Von Redaktion

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