Artikel vom 05.04.2004

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Tutanchamun

Das Gold vom Jenseits in Basel

Erster Blick in die Sensationsausstellung «Tutanchamun» im Antikenmuseum. Basel erwartet 500 000 Bewunderer

Von Redaktion



Der Eingang zum Grabkeller des Tutanchamun wird von zwei Cerberussen und viel Polizei und Wachleuten bewacht: der Versicherungswert beträgt fast eine Milliarde Schweizerfranken! Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2004

BASEL.- Nach über dreijähriger Vorbereitung ist es jetzt so weit: Am Mittwoch, 7. April öffnet im Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig die Ausstellung «Tutanchamun - Das goldene Jenseits» ihre Tore. Zu sehen sind die bedeutendsten Grabschätze aus dem Tal der Könige - erstmals seit über 20 Jahren in Europa.

Nach Paris 1967, London 1972 und Deutschland 1980181 kommen die Schätze aus der Grabkammer des legendären Pharaos seit über 20 Jahren erstmals wieder nach Europa. Hinzu kommen Schätze aus anderen Gräbern aus dem berühmten Tal der Könige, so dass rund 120 Originale zu sehen sein werden. Basel ist der einzige europäische Standort der Ausstellung, die dank dem Engagement der UBS als Presenting Sponsor möglich wurde. Die Ausstellung im Antikenmuseum Basel ist bis am 3. Oktober 2004 geöffnet. Tickets mit dem genauen Eintrittsdatum und der Eintrittszeit gibt es im telefonischen Vorverkauf und via Internet.

Ein Traum geht in Erfüllung

«Für mich als Museumsdirektor wird heute ein Traum Wirklichkeit», sagte Prof. Dr. Peter Blome, Direktor des Antikenmuseum Basel, am Montag an einer Medienkonferenz zur Eröffnung der Ausstellung. Dank ihrem international guten Ruf und ihren ausgezeichneten Beziehungen zur ägyptischen Antikenverwaltung - dem Supreme Council of Antiquities - sowie dem Nationalmuseum in Kairo war es den Museumsverantwortlichen in über dreijährigen Verhandlungen gelungen, die Freigabe der Grabschätze aus dem Tal der Könige zu erlangen. Entscheidend war dabei auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen den schweizerischen und den ägyptischen Behörden. Damit findet in Basel die bedeutendste europäische Ägypten-Ausstellung der letzten 23 Jahre statt. Es fehlt nur die berühmte goldene Totenmaske, die in Ägypten als Nationalheiligtum gilt und nicht mehr ins Ausland ausgeliehen wird.

Einmalige Vielfalt und Fülle an Kunstwerken

Das Konzept der Ausstellung hat der zuständige Konservator des Antikenmuseums, Dr. André Wiese, mit seinem Team entwickelt. Im Zentrum steht die Frage: Wie sah ein königlicher Grabschatz im Neuen Reich aus, und wie unterscheidet er sich von den Grabbeigaben der königlichen Entourage? Die Ausstellung zeigt also nicht nur 50 der bedeutendsten Kunstwerke aus dem Grab des Tutanchamun, sondern auch Grabgegenstände aus den übrigen Königsgräbern der 18. Dynastie (15.-14. Jahrhundert v. Chr.). Einen weiteren Höhepunkt bilden Leihgaben aus dem unversehrten Grab von Juja und Tuja, den Schwiegereltern Amenophis III. Es wurde rund 20 Jahre vor Tutanchamun entdeckt und war bis dahin die meist gefeierte Entdeckung im Tal der Könige, ja der gesamten ägyptischen Archäologie. «Eine Ausstellung mit einer solchen Fülle an hochkarätigen Kunstwerken hat es noch nie gegeben», sagt Museumsdirektor Peter Blome. «Viele der Objekte, die wir in Basel zeigen werden, waren bisher ausserhalb Ägyptens noch nie zu sehen.» Das Antikenmuseum Basel ist die einzige europäische Station der Ausstellung.

Über 3500 Jahre alte Schätze

Die Grabschätze aus der Zeit der 18. Dynastie sind zwischen 3500 und 3300 Jahren alt. Viele sind aus Gold oder vergoldet. Gold galt im alten Ägypten als Farbe der unvergänglichen Sonne und war damit ein Symbol für die Wiedergeburt im Jenseits. Die in die Grabkammern mitgegebenen Schätze sollten dafür sorgen, dass die Verstorbenen im Jenseits eine sichere Fortexistenz hatten. In Basel ist auch ein Nachbau von Tutanchamuns Grabkammer zu sehen.

Zugunsten neuem Museum in Kairo

Für die Ausleihung der Grabschätze erhält Ägypten eine Leihgebühr von 5 Millionen Schweizerf Franken. Das Geld wird für den geplanten Neubau des Ägyptischen Museums in Kairo verwendet. Aus diesem Grund soll die vom Antikenmuseum Basel konzipierte Ausstellung anschliessend auch an andem Standorten gezeigt werden. Basel ist indessen die einzige europäische Destination, an der «Tutanchamun - Das goldene Jenseits» zu sehen ist. Die in der Ausstellung gezeigten Schätze aus dem Tal der Könige sind für rund CHF 840 Millionen versichert. Ober die gesamten Kosten der Ausstellung macht das Antikenmuseum Basel keine Angaben.



Alles ist bestens gerüstet für die kommende Eröffnung der Superausstellung. Auch bei schlechter Witterung: Besucher werden so oder so nicht im Regen stehen gelassen - innen wie aussen soll sich das Publikum wohlfühlen können. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2004

Halbe Million Besucher erwartet

Insgesamt rechnet die Direktion des Museums in den kommenden sechs Monaten mit rund einer halben Million Besucher. Der Grossteil davon wird aus der Schweiz und aus dem benachbarten Ausland erwartet. «Aber ich bin überzeugt», sagt Museumsdirektor Blome, «dass die Tutanchamun-Ausstellung auch Besucherinnen und Besucher aus dem übrigen Europa anziehen wird. Besonders wichtig sind uns insbesondere auch Schulklassen. Denn die Schätze, die wir hier zeigen werden, gehören zum Weltkulturerbe - also zur Geschichte von uns allen.»

Schulklassen am Montag gratis

Die Eintrittspreise für «Tutanchamun - Das goldene Jenseits» betragen zwischen 28 Franken für Erwachsene und 5 Franken für Kinder bis 12 Jahre. AHV/IV-Bezüger zahlen von Montag bis Mittwoch 22 Franken. Für Jugendliche und Lehrlinge kostet ein Ticket 10 Franken. Schulklassen können die Ausstellung am Montag nach Anmeldung gratis besuchen. Damit es wegen der Besucherströme nicht zu Behinderungen kommt, sind auf allen Tickets der Tag und die Anfangszeit des Besuchs vermerkt.

Der schnellste und einfachste Weg für den Ticketkauf ist das Internet (klicken Sie dafür einfach auf den untenstehenden Link - und Sie kommen direkt zur Billett-Reservation).

Daneben gibt es für telefonische Bestellungen ein Call-Center (0800 22 00 33). Das Call-Center ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet; Anrufer sollten ihre Kreditkarte bereit haben und sich über ihren gewünschten Eintrittstag und Eintrittszeitpunkt im klaren sein. An den Tageskassen beim Museum steht jeweils nur eine beschränkte Anzahl Tickets pro Tag zur Verfügung, und es ist mit Warteschlangen zu rechnen.

Bank als Hauptsponsor

Die Bank UBS unterstützt die Ausstellung «Tutanchamun - Das goldene Jenseits» als Presenting Sponsor. «Mit dem Antikenmuseum Basel verbindet uns seit dem von uns unterstützten Bau des Ägyptensaals eine enge Partnerschaft. Jetzt mitzuhelfen, dass diese unvergleichlichen Schätze der Pharaonen einem grossen Publikum in der Schweiz und im europäischen Ausland gezeigt werden können, ist eine einzigartige Chance. Deshalb freuen wir uns, dieses Projekt zu unterstützen», sagt Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel.

Von Redaktion

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