Artikel vom 28.03.2007

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Basel - Allgemeines

Familienfriede gefährdet

Die beiden Halbstarken im Löwengehege des Basler Zollis gehen ihrem Vater zunehmend auf den Geist…

Von Redaktion



Catali (2. von rechts) muss sich schon rasieren, was nun sein Schicksal besiegelt hat: Er muss zusammen mit seinem Schwesterchen Cabara in die USA emigirieren… Foto: Zoo Basel © 2007


Die beiden jungen Löwen im Basler Zolli müssen das Hotel Mama demnächst verlassen, weil der Papa der alleinige Pascha im Hause bleiben will. Bereits hat der Zolli für die beiden Halbstarken im St. Louis Zoo in den USA eine sturmfreie Bude in Aussicht. Dann wird das Leben von Cabara und Catali wahrscheinlich etwas ruhiger werden, denn dort sind sie von den eifersüchtigen Pranken ihres Vaters sicher…

Rund vierzehn Monate dauerte bei den Löwen im Basler Zolli das allseits so bewunderte Bild von der harmonischen Familie. Seit ein paar Wochen gelten nun für die zwei Jungen Cabara und Catali zunehmend neue Regeln!

Begonnen hat alles damit, dass der Löwenjüngling Catali überraschend früh seine Löwenmähne entwickelte, untrügliches Zeichen seines einsetzenden Mannesalters und für Vater Mbali (5) ein sichtbares Signal, dass hier ein Nebenbuhler heranwächst…

Anfänglich drückte Mbali Catalis spriessender Haartracht gegenüber noch ein Auge zu bis zum Moment, als Mutter Okoa (5) zum ersten Mal nach der Geburt ihrer Jungen wieder in Hitze kam. Von da an duldete er keines der Jungtiere mehr in ihrer Nähe.

Mit für menschliches Empfinden grosser Unbarmherzigkeit wurde ihnen die Lektion erteilt: Über Tage setzte jeder geringste Annäherungsversuch der verstörten Jungtiere sofort Prankenhiebe und einmal sogar Bisse ab. Es dauerte etwa eine Woche, bis sich Cabara und Catali in ihr Schicksal fügten und von da an zur Gruppe Distanz hielten.

Cabara und Catali müssen die Zurückweisung durch die Gruppe wahrscheinlich nur noch etwa eine Woche ertragen. Die Vorbereitungen für ihren Transport in den St. Louis Zoo in den USA laufen auf vollen Touren. Dort werden sie hoffentlich ihrerseits helfen, die Zoopopulation der bedrohten Namibialöwen weiter zu vergrössern.

Im Freileben machen junge Löwen solche schmerzliche Erfahrungen im Alter von zwei bis drei Jahren und brechen zu einem unter Umständen mehrjährigen Nomadenleben auf. Weibchen können Anschluss an ein bestehendes Rudel finden, Männchen müssen meist in Allianzen zu zweit oder mehr versuchen, einen alternden Clanchef von seinem Posten zu vertreiben. Während dieser gefahrvollen Übergangszeit sterben viele Jungtiere. Erwachsene machen ihnen die Nahrung streitig oder töten sogar Heranwachsende gleichen Geschlechts.



Da war die Welt für die beiden Löwenkinder Cabara und Catali noch in Ordnung: Wohl eines der letzten Fotos an ihrem Geburtsort im Basler Zolli.

Von Redaktion


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