Artikel vom 24.08.2006

Druckversion

Basel - Allgemeines

Süsse Sauregurkenzeit

«Schweinereien» auf der Theatertreppe

Schamlos in der Öffentlichkeit Porno-Aufnahmen gedreht - aber echte, mit gefährlichen Produzenten

Von Redaktion



Der allerletzte Schrei im Pornobusiness: Treppengeländer-Sex auf der Basler Theatertreppe. Foto aus Handy-Kamera


Der Schreck und die Empörung war «sichtbar» hörbar am Telefon, als der Leser E.G. (Initialen geändert, Name der Reaktion bekannt) sein bizarres Erlebnis auf der Theatertreppe des Basler Stadttheaters schilderte: «Ich kam mit dem Leben davon!», stotterte er, «wäre ich nicht mit einem Mountain-Bike unterwegs gewesen, womit ich über die Baustelle an der Theaterstrasse habe fliehen können, wäre ich jetzt wohl tot!»

Was war geschehen, im Grauen dieses Morgens, im Morgengrauen vom Montag, 21. August 2006? E.G. gibt zu, ein «Stadtstreicher» zu sein, einer, der nicht wie die meisten in dieser Stadt, am Montagmorgen zur Arbeit gehen muss und deshalb unbekümmert bis zum letzten Tropfen die Stadt «besuchen» kann. Wegen der Baustelle am Steinenberg schob er sein Velo von der Theater-Tramhaltestelle zum Theaterplatz hinauf, um damit eine Abkürzung zur Elisabethenstrasse zu nehmen.

Da fielen ihm auf der Theatertreppe seltsame Gestalten auf: «Zwei Frauen, ein Typ mit einer kleinen Videokamera und einer starken Leuchte obenauf und ein „Rabenschwarzer“ mit zwei Hunden von der „verbotenen Sorte“.» Noch konnte er sich der Gruppe nicht näher «widmen», denn zuerst hatte er ein «dringendes Geschäft» in der gerne als Latrine missbrauchten Monumentalskulptur von Richard Serra neben der Theatertreppe zu erledigen.

Das Sex-Treppengeländer

«Als ich damit fertig war», erzählte er werbjournal.ch, «traute ich meinen Augen nicht: Auf der Theatertreppe begannen sich die beiden Frauenzimmer zu entblättern, während der Schwarze mit der Kamera sie dabei filmte. Der mit den Hunden forderte die Frauen unmissverständlich dazu auf, ihre Geschlechtsteile am Treppengeländer zu reiben.»

E.B. sei sofort klar geworden, dass das kein «Happening» noch «Installation» irgend einer künstlerischer Art war, sondern eine dreiste Sexfilmszene auf öffentlichem Grund mitten im Herzen Basels. Eine Sexszene offenbar für eine besondere Spezies von Exhibitionistinnen und Liebhaber von Exhibitionismus, also für Voyeure. Klar habe ihn das im ersten Moment «angetörnt» und ihn wohl deshalb gereizt, quasi als «Mitesser» seine Nase - bildlich gesprochen - da reinzustecken.

Doch als das Sex-Set den unvermittelt aus der dunklen Serra-Plastik heraustretenden Nachtschwärmer gewahr wurde, hagelte es Drohungen in slawisch gefärbter Sprache: «Du haue ab, Wichser, weggehen!» Doch davon wollte er sich in seinem Gaffer-Voyeurismus nicht abhalten, zumal die schon ziemlich nackten Damen «überhaupt keine Anstalten machten, auch nur die geringste Scham zu zeigen oder präziser: zu bedecken».

Der Profi-Voyeur als Profiteur der Voyeure

Aber das Knurren der Bestien warnte ihn, es sei besser, nicht weiter ins intime Geschehen einzudringen, und so entschloss er sich zum Rückzug. Leider kam ihm in diesem Moment gleichwohl die verhängnisvolle Idee, gewissermassen als «Zeugengeld» rasch mit seinem Photohandy selber eine (Gratis-)Aufnahme zu machen…

Zum Glück hatte der «Hundeführer» seine Rottweiler oder was auch immer es für eine tierische Waffengattung war, am Velogeländer angebunden, so dass er sich grad noch rechtzeitig auf das in der Serraplastik deponierte Mountain-Bike schwingen konnte und was gisch was hesch, die Treppe runter durch die Theaterstrasse davonpedalen konnte.

Verfolgt vom «Kameramann», der die Kamera zuerst ablegen musste, was dem Veloflüchtling ein gewisses Forfait erlaubte, und erst dann vom «Hundeführer», der es sich aufgrund des inzwischen vergrösserten Vorsprungs seines Gejagten doch nochmals überlegte, die Köter abzuleinen. Zumal grad zwei Securitas-Männer die Theaterstrasse entlangkamen, welche die gewaltbereiten Schmuddelfilmer wohl für eine Fusspatrouille der Polizei hielten.

Für den flinken Sex-Set-Voyeur war allerdings der «Film gerissen»; wie er ausging, ausgeht, wird er wohl nie erfahren. Aber das sei ihm sein «Leben wert», meinte er. Eine Anzeige bei der Polizei hat er nicht erstattet, mit der Erklärung, es sei ihm «lieber so, zumal mir ja nichts zugestossen ist». Die fotografische Trophäe jedenfalls tröste ihn über die ausgestandene «Sex-Gefahr». Und die Leser von webjournal.ch dürfen sich wundern, welche «Schweinereien» auf der Theatertreppe wohl als nächstes anstehen, bis endlich die schrecklich theaterlose Zeit wieder vorbei ist…

PS:

Saisoneröffnung 2006/2007 am Theater Basel

Eröffnungsfest auf dem Theaterplatz
vom Freitag, 8. bis Sonntag, 10. September 2006


Bevor das neue Team am Theater Basel, mit sieben Premieren im September die Spielzeit 2006/2007 beginnt, lädt Direktor Georges Delnon und seine Equipe das Publikum zum drei Tage dauernden Fest im Theaterzelt auf demTheaterplatz. Das Eröffnungsfest mit künstlerischen und kulinarischen Überraschungen soll die Möglichkeit bieten, die neuen Theaterleute kennen zu lernen und einen kleinen Vorgeschmack auf die kommende Spielzeit zu bekommen.

Kochende Direktoren, Thé dansant, Menu surprise und ein umfangreiches Programm mit dem Ensemble, dem Chor und dem Sinfonieorchester Basel, alte Gesichter und neue Bekannte sowie Informationen zum Spielplan, das alles erwartet das Publikum im und um das Zelt vor den – noch – geschlossenen Pforten des Theaters, die erst am 15. September 2006 mit neuem Elans und neuen Mitwirkenden wieder geöffnet werden.

Das Festprogramm

Freitag, 8. September 2006

Um 18.00 Uhr Festeröffnung
Programm des Opernchores Theater Basel, «Menue surprise» mit Georges Delnon, Künstlerisches Programm des Opern- und Schauspielensembles

Samstag, 9. September 2006

Ab 11.00 Uhr Kostümverkauf, Kostümversteigerung, Kinderprogramm im Theaterzelt und auf dem Theaterplatz: Stelzenlaufen, Schminken, Malen und Geschichtenerzählen, Programm der Ballettschule des Theater Basel, Thé dansant mit Richard Wherlock, «Menue surprise» mit Elias Perrig und dem Schauspielensemble, Chill-Out mit Wolf

Sonntag, 10. September 2006

Um 11.00 Uhr Einführungsmatinée zur Eröffnungsproduktion «L’amour des trois oranges» mit Mitgliedern des Produktionsteams
Operndirektor Dietmar Schwarz im Gespräch mit DRS 2 live, Get-Together mit dem Opern- und Schauspielensemble, Programm des Sinfonieorchesters Basel, «Menue surprise» mit Richard Wherlock und Dietmar Schwarz, Jazz-Programm


Saisoneröffnung Theater Basel am 15. September 2006 mit der Premiere «L'amour des trois oranges», Oper in vier Akten und einem Prolog von Sergej Prokofjew. In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Freie Vorstellungen
24.09.2006, 19 Uhr
29.09.2006, 20 Uhr
weitere Vorstellungen im Oktober

"Tragödien!" - "Komödien!" - "Possen!" Was will man sehen?

Die Tragischen, Komischen, Lyrischen und die Hohlköpfe geraten über die Frage, was für ein Theaterstück man spielen soll, in heftige Diskussion. Schliesslich greifen die Lächerlichen ein, schicken die Streithähne in den Zuschauerraum und setzen die Aufführung der "Liebe zu den drei Orangen" durch, einer märchenhaften Posse über die erfolgreiche Therapie eines an Melancholie erkrankten Prinzen.

Mit seiner 1921 uraufgeführten Oper "L'amour des trois oranges", einer Oper über das Genre Oper, setzt Prokofjew bewusst einen Kontrapunkt zur Oper des Verismo und zum -Pathos des Musikdramas Wagnerscher Prägung. Der Komponist, der stets versuchte, neue Ausdrucksformen für die Oper zu finden, macht sich die Mittel der Commedia dell'arte zu Nutzen. -Nicht das wirkliche Leben will er abbilden, sondern nach den Regeln und mit den Mitteln des Theaters ein ganz eigenes Leben vor den Augen der Zuschauer entstehen lassen. Voller Energie, Farb-kraft und Witz ist seine Musik, leicht führt er seine Zuhörer durch die Handlung dieses Märchens, die er durch Erfindung kommentierender Figuren nie zur Ruhe kommen lässt.

Musikalische Leitung Armin Jordan
Lutz Rademacher
Inszenierung Moshe Leiser
Patrice Caurier
Bühnenbild Christian Fenouillat
Kostüme Agostino Cavalca
Chor Henryk Polus
Studienleitung Rainer Altorfer
Dramaturgie Ute Vollmar
Korrepetition David Cowan
Leonid Maximov
Regieassistenz Jurate Vansk
Bühnenbildassistenz Martina Ehleiter
Kostümassistentin Katharina Galsterer
Hubert Arvet-Thouvet
Inspizienz Jean Pierre Bitterli
Beleuchtungsinspizienz u. Uebertitelung Claudia Christ
Besetzung
Le Roi de Trèfles Stefan Kocàn
Le Prince, son fils Rolf Romei
La Princesse Clarice Rita Ahonen
Léandre Andrew Murphy
John In Eichen
Trouffaldino Karl-Heinz Brandt
Pantalon Marian Pop
La Magicien Tchélio Björn Waag
Fata Morgana Ursula Füri-Bernhard
Linette Andrea Schwendener
Nicolette Svetlana Ignatovich
Ninette Agata Wilewska
La Cuisinière Victor von Halem
Hans-Peter Scheidegger
Farfarello Tobias Hächler
Sméraldine Aurea Marston
Le Maître de Cérémonie Rapahel Wittmer
Le Héraut Tobias Hächler
Chor des Theater Basel
Extrachor des Theater Basel
Sinfonieorchester Basel

Von Redaktion


Klicken Sie hier, wenn Sie fortan bei neuen Artikeln dieses Autors benachrichtigt werden wollen!


Anzeige:

PlagScan



Nach oben


Copyright © 2003 by webjournal.ch

 

Die Funktion Newsletter ist wegen Spam blockiert. Schreiben Sie eine Mail an info(ad)webjournal.ch mit dem Betreff: «Bitte newsletter zusenden» Besten Dank für Ihr Verständnis.