Artikel vom 11.05.2006

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Basel - Allgemeines

Banken tragen Mitschuld!

Die Globalisierung des Globus zeigtigt niedrigste kriminelle Früchte: «Alte rupfen» - in Basel eine Alttäglichkeit, weil Banken ihre Angestellten zu Robotern verkommen lassen oder sie gar als Iditoten dressieren

Von Jürg-Peter Lienhard



Oft haben sie das ganze Leben hart gearbeitet, Entbehrungen auf sich genommen, um ihren Kindern und Enkeln eine bessere Zukunft zu bieten und würden dafür noch, ohne zu Zweifeln, ihr letzte Hemd hingeben: Hochbetagte, wegen ihres eisern Gesparten, im Visier niedrigster Verbrecherinstinkte.



BASEL. Wieder flatterte am Donnerstag, 11. Mai 2006, ein Communiqué der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt mit dem ewig gleichen Tatbestand herein: Massiver Betrug an Hochbetagten per Telefon und mithilfe stockblinder Bankbeamter an renommiertesten Bankinstituten. Die ewiggleiche Geschichte beschreibt die Staatsanwaltschaft Basel wörtlich so:

«Am gestrigen Mittwoch, 10.5.2006, vormittags, erhielt eine in Basel wohnhafte, 90-jährige Rentnerin den Telefonanruf eines Mannes von dem sie annahm, es würde sich um einen früheren Nachbarn handeln. Der Anrufer bat die Rentnerin für die Anzahlung einer Eigentumswohnung CHF 47'000.- bei der Bank abzuheben und teilte noch mit, dass dieses Geld von einer Bekannten von ihm abgeholt würde. Die Angerufene begab sich daraufhin zur Bank, hob den gewünschten Betrag ab kehrte nach Hause zurück, wo sie kurz darauf einer ihr völlig unbekannten Frau die CHF 47'000.- aushändigte. Die versprochene Rückzahlung des angeblich nur «kurzfristig» gewährten Darlehens blieb natürlich auch in diesem Fall aus. Die Täter versuchten kurz nach der Übergabe ein weiteres Mal – zum Glück erfolglos – die Rentnerin zu betrügen.

Leider handelt es sich hier nicht um einen Einzelfall. Seit anfangs Februar 2006 ermittelt das Kriminalkommissariat in 20 Fällen mit dem gleichen Tatvorgehen, wobei immer angegeben wird, dass man die angerufene Personen kennen oder mit ihr sogar verwandt sein würde, um sich so ins Vertrauen zu schleichen. Bei den 20 Straftaten wurden durchwegs ältere Menschen gesamthaft um mehr als CHF 400'000.- betrogen, wobei in einem Fall alleine ein fast 80-jähriger Rentner CHF 100'000.- den Tätern übergab.

Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt möchte im Zusammenhang mit dieser immer wieder praktizierten und als «Enkeltrickbetrug» bezeichneten Deliktsmasche dringend zu erhöhter Vorsicht und zu einem der Situation und den Umständen angepassten Misstrauen raten.

Wird jemand um ein kurzfristiges Darlehen gebeten, dann sollte man sich grundsätzlich folgende fünf Fragen stellen:

• Sind Sie kürzlich von einer mehr oder weniger unbekannten Person in irgendeiner Form angesprochen und um die Gewährung eines grösseren Darlehens gebeten worden?

• Hat diese Person vorgegeben, Ihnen nahe stehende Verwandte/Bekannte zu kennen?

• Sprach diese Person allenfalls von einem finanziellen Engpass, aus welchem nur Sie ihr helfen könnten?

• Wurden Sie von einer Person gebeten, auf der Bank einen grösseren Geldbetrag (meist unter einem gewissen Zeitdruck) abzuheben und ihnen zu überbringen?

• Ist es so, dass Sie diese Person kurz nach dem Besuch in der Bank treffen sollen, um ihr das abgehobene Geld zu übergeben, oftmals mit dem Hinweis, dass Sie das Darlehen rasch zurückerhalten werden?

Falls Sie die fünf oben aufgeführten Fragen zumindest teilweise mit einem «JA» beantworten müssen, dann besteht die grosse Möglichkeit, dass Sie Opfer eines Täters werden könnten. Wenden Sie sich in solchen Fällen unverzüglich an die Polizei oder an eine Vertrauensperson. Schöpfen Sie erst am Bankschalter Zweifel an der Rechtmässigkeit dieser Darlehensgewährung, dann vertrauen Sie sich der Schalterbeamtin oder dem Schalterbeamten an.
»



jpl.: So weit das Communiqué der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, deren hier fett ausgezeichnete Ratschläge so gut gemeint sind, wie sie nutzlos sind, so lange die hiesigen Bankdirektionen mit dem schwindelerregenden Gehalt nicht auch mal an ihre (kostenlose) menschliche Verantwortung erinnert werden und vor allem danach handeln: Nämlich ihren Schalter-Robotern sehr deutlich machen, dass sie sich im Umgang mit ihren Kunden nicht als Volliditioten verhalten, sondern ihren Grips anstrengen sollen. Selbst, wenn dies der Bank «schadet»!

Immerhin wäre es doch für das Publikum wissenswert, welche Banken sich solcher Betrugsgehilfenschaft schuldig gemacht haben - leider verhindert dies die Strafprozessordnung. Veilleicht aber nicht der gesunde Menschenverstand, von dessen Seite ich gerne, nur allzugerne eine «Indiskretion» erwarte und sie auch publizieren werde - mit Bildreportage, selbstverständlich!



Von Jürg-Peter Lienhard

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Lesen Sie die detaillierte Schilderung eines exemplarischen Alten-Betrugsfalles schon im Dezember 2005


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