Artikel vom 28.04.2006

Druckversion

Elsass - Kultur

Ausflugs-Tip für den 1. Mai

Geissenkäse und Mimusen

Dem traditionellen 1.-Mai-Festchen im Schloss von Biederthal geht am Samstag, 29. April 2006, ein Pantomimen- und Cabaret-Abend mit dem Berliner Duo Marc Bockenmühl und Klaus Franz voraus

Von Jürg-Peter Lienhard



Komischer Vogel - noch mehr davon erwartet Sie wie gewohnt am 1.-Mai-Festlein 2006 der Geissen-Käserei Fernex in Biederthal. Links im Bild die Milchkanne exakt vor der Geissenscheune. Rechts das ehemalige Gesindehaus des Schlosses Biederthal, jetzt Wohnung einer der Fernex-Familiensippen.



BIEDERTHAL (SUNDGAU/ELSASS).- Das Schloss Biederthal ist von der Tramstation Rodersdorf in etwa einer Viertelstunde zu Fuss zu erreichen - ein kleiner Spaziergang also. Und stets ein lohnender, wenn die Familie Fernex und ihre Geissen zum 1.-Mai-Festlein rufen…

Ab 11 Uhr, diesen 1.-Mai-Montag 2006, ist das Fernex‘sche Schloss wie immer herausgeputzt, und wenns nicht regnet, dann ist auch draussen gedeckt. Die Riesenscheune beherbergt eine ganze Geissen-Kolonie, deren Milch Etienne Fernex für seine berühmten Bio-Geissenkäse verwendet. Doch diese Käslein sind nicht das einzige Leckere auf dem Speisezettel: Ab 12.30 Uhr gibts grillierte Würste mit «Hardepfel-Salat», einen Käseteller aus verschiedenen Bio-Käsen, Kuchen, Desserts, Café, Fruchtsäfte sowie elsässischen Demeter-Wein vom Winzer J.-P. Frick aus dem berühmten Weinort Pfaffenheim und Bordeaux von B. Chort.

Ab 16 Uhr gibts dann echten Holzofen-Flammeküechà - wer nicht weiss, was das ist, muss eben selber hinfahren! Aber nur so viel sei verraten: die Biederthaler Flammeküechà von der Fernex-Sippe sind garantiert die besseren als jene vorfabrizierten von Tempé aus der Migros…



Neben der Geissenscheune: Das Schloss Biederthal, das vom Genfer Medizin-Professor Michel Fernex und seiner Frau Solange, der französischen Grünen-Abgeordneten im Europarat, als Abbruchbude gekauft und über Jahre mit kostspieligem persönlichem Einsatz wieder bewohnbar gemacht und damit erhalten hat.



Und immer wieder überraschend ist, wer am kleinen, feinen Bio-Markt (ab 12 Uhr) teilnimmt: Käse von Heiligenstein, Gemüse, Setzlinge, Blumen für Beet und Balkon, Honig, Medizinal-Kräuter und Kram aus dem Krämerladen des Schlosses - selbstverständlich alles von allen Markständen biologisch! Wer grad keine Plastiktasche dabei hat, dürfte seine Ware denn auch in Tontöpfen mit nach Hause nehmen, denn Tonwaren sind auch zu erstehen sowie «Objekte» aus Metall.

Stets spezielles, aber stets lohnendes Programm

An diesem kunterbunten Festlein sorgt die Gruppe Lentz für musikalische Stimmung, und ein Clown sowie ein Magier halten jung und alt in Atem. Auch das Auge kommt nicht zu kurz: In den Obergeschossen der Scheune stellen Künstler aus: Agnès Kuster-Fernex, die früher Agnès Fernex-Kuster hiess, zeigt Bilder, Lithos und Fotos, Paula Parkery verschiedene Techniken, Linda Leighton Fotos und Antino Martin Bilder, übrigens alles ziemlich interessante Künstler. Dann gibts noch eine Tombola und sonstigen ulkigen Giggernillis.



Die Dorfstrasse (rechts der Bach und die Schloss-Allee) von Burg aus gesehen Richtung Rodersdorf. Die Mehrzweckhalle befindet sich hinter der hier abgebildeten Mairie (links im Vordergrund) und zwischen dem nachfolgenden Gebäude, dem ehemliagen Restaurant «aus Soleil» der Mme Dupont.



Wer die Familien (jawohl im Plural) Fernex kennt, weiss um ihre Affinität für hochstehende kulturelle Programme und Hauskonzerte. Ihrem traditionellen 1.-Mai-Festlein geht dieses Jahr am Samstag, 29. April 2006, abends um 20 Uhr, das Pantomime-Kabarett «Mimusen» aus Berlin voraus. Die beiden Kabarett-Künstler Marc Bockenmühl und Klaus Franz treten dabei mit Gitarre und «singender Säge» auf. Wegen des zu erwartenden Grossandrangs findet ihr Auftritt jedoch in der Mehrzweckhalle statt. Diese befindet sich etwa 100 Meter weiter vom Schloss Richtung Burg auf der rechten Strassenseite.



Die beiden «Mimusen» - ein Leckerbissen für Lieberhaber des höheren Blödsinns und der «singenden Säge» (im Bild rechts).



Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 bis 23 Euro, für Schüler und Studenten 9 bis 15 Euro. Reservationen werden unter dieser Telefonnummer entgegengenommen: 0033 3 89 07 31 28




«Le Temps des Plantes», Arbeit auf Papier von Agnès Kuster-Fernex-Kuster - zu sehen in der Gemeinschafts-Ausstellung mit Florence Baldeck in der Geissen-Scheune von Schloss Biederthal vom 30. April bis 25. Juni 2006.

Von Jürg-Peter Lienhard

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Mehr über die Veranstaltungen in Biederthal

• Das Programm zum runterladen im Format PDF

• Anmarschplan von Rodersdorf-Tramstation nach Biederthal (F) im Format PDF zum runterladen

• Homepage der «Mimusen», deutsch und englisch


Klicken Sie hier, wenn Sie fortan bei neuen Artikeln dieses Autors benachrichtigt werden wollen!


Anzeige:

PlagScan



Nach oben


Copyright © 2003 by webjournal.ch

 

Die Funktion Newsletter ist wegen Spam blockiert. Schreiben Sie eine Mail an info(ad)webjournal.ch mit dem Betreff: «Bitte newsletter zusenden» Besten Dank für Ihr Verständnis.