Artikel vom 23.03.2006

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Basel - Allgemeines

Griff in die Welt

Im Affenhaus des Basler Zollis herrscht Glück im Stall: Erstmals kann das Publikum den herzigen Nachwuchs bei den Weisskopfsakis und den Gorillas bestaunen

Von Redaktion



Das staunt ein Weisskopfsaki-Junges im Basler Zolli in die Welt hinein: Das haarige Äfflein wird nun erstmals nach seiner Geburt aufs Publikum losgelassen.



Die zum Jahreswechsel auf die Welt gekommenen Kinder bei den Weisskopfsakis und Gorillas im Zoo Basel gedeihen prächtig. Doch verschiedener könnten ihre Kinderwelten nicht sein. Während das eine bereits den Sprung in die Welt hinaus wagt, lässt sich das andere viel Zeit und greift erstmals vielleicht nach einem Stück Gemüse in der Hand seiner Mutter.

In diesen Tagen erfährt die Weisskopfsakifrau Mop (7) zum ersten Mal kurze Momente der Entlastung von ihren Mutterpflichten: Seit sie ihr Kind am 1. Januar 2006 geboren hatte, trug sie es ununterbrochen an ihrem Körper mit. Am Anfang brauchte man schon etwas Übung und Glück, um den pelzigen Winzling seitlich am Unterbauch der Mutter auszumachen.

Immer häufiger aber konnte dann das flaumige Köpfchen des Kindes vor der mütterlichen Brust gesehen werden. Etwa im Alter von einem Monat begann das kleine Äffchen mehr und mehr auf dem Rücken mitzureiten – sicher im Sattel auch bei den ausgelassensten Hüpfsprüngen seiner Mutter. Seit ein paar Tagen nun unternimmt es erste kleine Ausflüge weg vom Körper der Mutter. Das geschieht natürlich nur unter deren wachem Blick und für kurze Zeit, denn noch ist das Kleine ganz von der mütterlichen Fürsorge abhängig. Sakikinder werden etwa ein halbes Jahr lang gestillt.




«Huckepack» auf Mutters Rücken - da staunt die Welt…



In den Randgebieten des Amazonas, wo die gefährdeten Weisskopfsakis vorkommen, ist es die Aufgabe der Männer, mit Hilfe von lauten Gesängen und der imposanten, sich vom Dunkel des Blattwerks abhebenden weissen Gesichtsmaske das Territorium der kleinen Familie abzugrenzen. Hier im Zoo kann es sich Vater Patric (22) leisten, mit ausgedehnten Fellpflegesitzungen Mop seine Zuneigung auszudrücken und gleichzeitig seine freundliche Neugier an seinem Töchterchen Dominga auszuleben.

Ganz anders beim Gorillamädchen Chelewa, das am 31. Dezember 2006 geboren wurde. Menschenaffenkinder verbringen als Traglinge die ersten drei Lebensmonate ununterbrochen am Körper ihrer Mutter. Während rund vier Jahren, der Zeit der eigentlichen Kindheit, werden sie gestillt.

Wenig augenfällig, doch nicht minder tiefgreifend, sind die Entwicklungsschritte von Chelewa in diesen Tagen. Für sie ist es absolut überlebenswichtig, dass sie sich mit Händchen und Füsschen in den Haaren am Körper von Mutter Wima (7) festzuhalten vermag.




Das frisch geborene Gorilla-Mädchen Chelewa wird als Menschenaffen-Kind fast eben so lange am «Rockzipfel» seiner Mama Wima festhalten, wie der Nachwuchs der Menschen…



Entsprechend gross und kräftig sind diese Organe ausgebildet. Mehr und mehr ist es aber auch notwendig, dass das Kind im Vertrauen auf die sichere Anwesenheit der Mutter seine Griffe löst. Wima übt es mit ihr täglich, indem sie durch sanftes Berühren der Fäustchen ihrem Kind zeigt, wann es loslassen darf. Seit ein paar Wochen vermag dieses mit den Augen Gegenständen und anderen Gruppenmitgliedern zu folgen.

Bald wird seine Neugier erwachen, und ein erstes Mal wird es mit seiner freigewordenen Hand in die Welt hinaus greifen. Das wird ein riesiger Schritt sein, auch ein Lernschritt für Wima, die das alles zum ersten Mal erfährt. Schon vom Tag der Geburt an hat sie gezeigt, dass sie auch als sehr junge, erstgebärende Mutter in der Lage ist, ihr Kind aufzuziehen.

Wenn bis in drei Jahren Dominga erwachsen und vielleicht zum ersten Mal selbst Mutter sein wird, wird Chelewa gerade ihre ersten Kindheitsjahre hinter sich gelassen haben. Die auffallend lange Kindheits- und Jugendzeit bei den Menschenaffen wird nur noch von einem Wesen übertroffen, von uns Menschen.

Von Redaktion


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