Artikel vom 11.07.2005

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Elsass-Kultur

Zum Quatorze Juillet ins Ecomusée

Der französische Nationalfeiertag wird in der Provinz traditionell am Vorabend gefeiert - dieses Jahr am Mittwoch, 13. Juli 2005

Von Jürg-Peter Lienhard



Blick von einer Barke in den Mäandern auf das mittelalterliche Quartier des Museums-Dorfes mit dem vom Publikum finanzierten Wohnturm aus Mülhausen. Alle Fotos: Ecomusée d'Alsace.



UNGERSHEIM.- Mit den Franzosen feiern auch die Elsässer am 13. Juni 2005 «la veille» - den Vorabend des «Quatorze Juillet». Wo könnte dies romantischer erlebt werden, als im schönsten Dorf Europas - im elsässischen Freilichtmuseum Ecomusée d‘Alsace bei Ungersheim? Das Sommernachtsfest steigt in dem mit unzähligen Lampions beleuchteten Museums-Dorf und in der mächtigen Kalimine «Rodolphe II», 42 Minuten oder 42 Kilometer von Basel.

Das Vorabendprogramm zum französischen Nationalfeiertag im Ecomusée d‘Alsace lockt mit einem «bal musette» zum Tanzen im Lampionlicht. Unvergleichlich ist auch die Atmosphäre im Salon-Karussell «Demeyer», wo man auf der historischen «Resslirytti» mit atemraubender Geschwindigkeit fröhliche Runden drehen und den elsässischen Champagner «Crémant d‘Alsace» geniessen kann.

Das Fahrgeschäft aus der «Belle Epoque» der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert ist ein letzter Überlebender seiner Art, in Fachkreisen deswegen weltberühmt. Es kam von einem Appenzeller Sammler und mit finanzieller Unterstützung der Genfer Kantonalbank ins Museums-Dorf. Die Illusion der «atemraubenden Geschwindigkeit», die in der Hochblüte der eigentlich für Erwachsene bestimmten Salon-Karussells die Attraktion ausmachte, wird durch den in die Gegenrichtung drehenden und mit neo-barocken Sujets bemalten Dachhimmmel erzeugt. Dazu klingt und wummert ein schöner und seltener Musikautomat mit Melodien aus der damaligen Zeit dieser speziellen Volksbelustigungen.



Das Ecomusée d'Alsace beherbergt eine Abteilung mit spannenden historischen Jahrmarkt-Fahrgeschäften.



Spannend wird auch der abendliche Besuch der Kalimine «Rodolphe II» (bis 20.30 Uhr), die den Zugang zum historischen Museums-Dorf dominiert - ein riesiger Förderturm und ein mächtiger Fabrikationskomplex, industrielles Architekturzeugnis der zwanziger Jahre. Zwischen Dorf und Mine fährt auch der Museums-Zug mit seinen denkmalgeschützten Panorama-Waggons (siehe Artikel «Achtung, der Zug kommt!» in der Rubrik «Elsass-Kultur» auf webjournal.ch).



Tageslicht-Aufnahme der Kalimine «Rodolphe II» mit Zugskomposition (rechts).



Die Abendveranstaltung zum Quatorze Juillet ist auch aus einem anderen Grund attraktiv: Der Eintritt ab 18 Uhr zu allen Sonderveranstaltungen in der Mine und im Museum kostet lediglich 3 Euro. Wer schon am Tag ins Ecomusée d‘Alsace Eintritt bezahlt hat, kann an der «fête de la veille» ohne Zuschlag teilnehmen - der Eintritt gilt bis Betriebsschluss in der Nacht.

Am eigentlichen Nationalfeiertag, dem Donnerstag, 14. Juli 2005, erwartet das Publikum die vielfältigen und spektakulären Ernte-Arbeiten unter Einsatz vieler historischer Maschinen aus der Zeit des Einzugs der Mechanisierung in der Landwirtschaft um 1930.



Essen à l'Alsacienne: die interessante Karte mit regionalen Spezialitäten und dem Wappentier des Elsass.



Für interessierte Besucher sei noch erwähnt, dass das Ecomusée d‘Alsace regionale und typische Spezialitäten in seinen Museums-Restaurants führt.

Im Elsass ist am Vorabend des Nationalfeiertags damit zu rechnen, dass Geschäfte früher schliessen - am Quatorze Juillet sind diese selbstverständlich geschlossen.



Von Jürg-Peter Lienhard

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Homepage des Ecomusée d'Alsace (französisch)

• Veranstaltungs-Programm Juli/August (französisch)


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