Artikel vom 14.02.2005

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Fasnacht

Ein «verzuckerter» Morgenstreich

Nicht nass, aber mit einem schneeigen Nieseln begannen der Basler «drei schönste Tage»

Von Jürg-Peter Lienhard



Verwischte oder verwackelte Bilder sind momentan bei der baz als «Kunst» hoch im Kurs… Wenn Sie aber weniger künstlerische, dafür bessere Bilder vom Morgenstreich 2005 sehen wollen - dann blättern Sie hier in unserem Bericht weiter. Alle Fotos: J.-P. Lienhard, Basel © 2005



BASEL.- Zwischen zwei und drei Uhr vor dem Basler Morgenstreich 2005 nieselte ein dünner Schnee; die Autos in den Quartieren waren alle weiss. Punkt vier Uhr, als es aus den Gassen der Altstadt schallte: «Dr Morgeschtraich - vorwääärts maarsch!», war es jedoch wieder fast trocken, um dann gegen fünf Uhr dreissig erneut mit dem Nieselschnee anzufangen. Das Thermometer zeigte drei Grad, und immerhin hatte es kurz vor Mitternacht aufgehört zu stürmen, so dass die Kälte nicht durch alle Knochen fuhr. Seit mehr als einem Dutzend Jahren ist der Morgenstreich nicht mehr so früh im Jahr gewesen.

Am Seibi war denn der Knotenpunkt, oder besser gesagt, ein Knoten, weil von allen Seiten die Cliquen mit Ihren Laternen Durchmarsch begehrten und keine weiterkam. Das Publikum aus aller Herren Länder besetzte die Treppe am Kohlenberg bis weit hinauf zum Maitligymnasium und brach in ein vieltausendstimmiges «Aaah» aus, als die Lichter in der Altstadt löschten.





Eine gute Stunde war hier für Zivilisten kein Durchkommen mehr möglich, aber die Cliquen schafften es trotz anhaltendem Stau dann gleichwohl, sich Richtung Falknerstrasse und Märtplatz in Bewegung zu setzen. Immerhin blieben die meisten Cliquen fast eine Stunde unterwegs, bis sie sich zur traditionellen Mählsuppe, Ziebele- und Käswaje in die diversen Innerstadt-Beizen absetzten.





Die Wetterprognose für den ersten Cortège-Tag am Montagnachmittag sieht nicht ganz danach aus, als ob es dann trocken bliebe. Die Aussichten sind für Dienstag und Mittwoch besser. Dann muss man auch nicht mit den Horden von Jugendlichen aus anderen Gegenden des In- und Auslandes rechnen, die schon vom «Durchmachen» angetrunken. Diese erlebte man vor dem Morgenstreich und dann nachher in den Beizen und Gassen - sinnlos grölend, Bierflaschen werfend und auch kiffend. Sie haben keine Ahnung von der Basler Fasnachtskultur; aber sie sind auch Ausdruck der allgemeinen Spasskultur…





Bei so viel Druggede - das gehört einfach zum Morgenstreich - ist es wahrscheinlich den «Schwarzen Waggissen» mit ihren Plastikfolien und Klebebändern nicht gelungen, überall die unanständigen Sünder wider die polizeiliche Verordnung der allgemeinen Verdunkelung zu bekleben. Am Kohlenberg war es der Night-Club «Lido», dessen türkischer Wirt mit seiner (Rot-)Lichtergalerie Kundschaft für seinen Bratwurststand vor dem Lokal anlockte. Und dann das Mac-Donald, das schon um fünf Uhr in voller «Weihnachtsbeleuchteung» erstrahlte. Hier brauchte es nicht Plastikfolien, sondern endlich eine saftige Busse!




Von Jürg-Peter Lienhard


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