Artikel vom 25.11.2004

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Saubere-Westen-Kriminalität

Robert A. Jeker im Fadenkreuz von Greenpeace

Das Schweizer Kapital soll sich in Afrika am Tropenholz- und Waffenhandel eine noch güldnere Nase verdienen

Von Redaktion



Bild links: Illanga Itoua, Afrikaexpertin von Greenpeace Frankreich (l.), und Christoph Wiedmer, Tropenwald-Beauftragter von Greenpeace Schweiz, klagen an: Interholco hat Urkunden gefälscht. Bild rechts: Robert A. Jeker, Präsident des Holding-Dachs von Interholco.


BASEL/BERN.- Er ist die «Graue Eminenz» der Schweizer Wirtschaftsbosse, ein Saubermann des Kapitals: Robert A. Jeker. Aber er ist auch Präsident der Interholco-Holding, die im Tropenholzhandel höchst unsaubere Geschäfte macht. Das Unternehmen mit Sitz in Baar (Kanton Zug) soll an Waffenhandel und Urkundenfälschung im illegalen Holzschlag beteiligt sein. Auch Swiss-Life-Boss Rolf Dörig sitzt im Verwaltungsrat des von Greenpeace angepeilten Konzerns. Immerhin: Jetzt ermittelt die Bundesanwaltschaft.

Greenpeace hat am Mittwoch, 24. November 2004, an einer Pressekonferenz in Bern ein umfangreiches Dossier vorgelegt, das ein ganzes Arsenal an mutmasslichen illegalen Machenschaften des Tropenholzhändlers Interholco mit Sitz in Baar ZG nennt und belegt. Die Liste reicht von Korruption, über illegalen Holzschlag, bis hin zu Dokumenten- und Urkundenfälschung sowie Geschäfte mit einem bekannten Waffenhändler in Liberia.

Hochbrisant an dieser Geschichte, die Greenpeace bereits im vergangenen Juli aufgriff, ist, dass der Präsident des Holding-Dachs der Interholco Batigroup-Präsident Robert A. Jeker ist. Jeker ist auch Präsident der Messe Schweiz in Basel, die ganz gerne mit Umweltschutz-Messen und -Aktivitäten sowie für Drittweltländer als Handelspartner wirbt.



Manchmal Hunderte von Jahren mussten Tropenbäume wachsen, bis sie einen solchen Umfang hatten und in nur wenigen Minuten von den Handlangern des schweizerischen Kapitalismus gefällt und damit vernichtet werden. Allerdings werden auch die Schweizer Kapitalisten einmal merken: Wenn alle Bäume gefällt, alle Fische verendet und allles Wasser vergiftet ist, dann wird man auch die Geldscheine nicht fressen können…


Jeker ist ferner im Hintergrund für den zweiten Wahlgang der Basler Regierungsratswahlen am 28. November 2004 aktiv und wirbt mit den Begriffen «Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Kompetenz» für den bürgerlichen Kandidaten, der von je einer linken Kandidatin und einem Grünen attackiert wird, die auf ein «rotes Basel» mit links-grüner Regierungsmehrheit abzielen.

Immer wieder wirkt der ehemalige CS-Banker und Top-Wirtschaftsmanager als «Graue Eminenz» bei Berufungen und Besetzungen von Schlüsselstellen des schweizerischen Kapitals. Ebenfalls Mitglied des Interholco-Verwaltungsrats ist der Konzernchef des Lebensversicherers Swiss Life, Rolf Dörig - auch er beileibe kein unbeschriebenes Blatt unter den Kapitalisten der Schweiz.

Behörden wussten es - und stellten sich taub

Interholco soll aber noch mehr Dreck am Stecken haben: Die Danzer-Tochter hatte nämlich Geschäftsbeziehungen zur Holz-Export-Firma Oriental Timber Company (OTC) in Liberia. Deren Chef, Gus Kouwenhoven, wurde von der Uno bereits 2000 als Scharnier im Waffen- und Diamantenhandel nach Liberia bezeichnet und mit einem Reiseverbot belegt. Doch erst bei Beginn der UN-Sanktionen gegen den Holzhandel 2003 brach Interholco die Beziehungen zu OTC ab. Gleichwohl wird jetzt die Bundesanwaltschaft aktiv - aufgrund der Anklage von Greenpeace von Amtes wegen…

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Von Redaktion

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

Das Interholco-Dossier von Greenpeace


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