Artikel vom 22.08.2004

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Verbrechen

«Der Schrei» von Munch gestohlen

Bewaffnete haben im Osloer Munch-Museet während der Besuchszeit das weltberühmte Gemälde und weitere geraubt

Von Redaktion



Das geraubte Gemälde von Edvard Munch (1863-1944) «Der Schrei» ist eines der ausdrucksstärksten Gemälde der klassischen Moderne und wird immer wieder zitiert in Zusammenhang mit schmerzhaften Ereignissen.

Ein Aufschrei geht durch die Kunstwelt: Am Sonntagmorgen, 22. August 2004, gegen 11 Uhr, drangen drei maskierte Männer in das Edvard-Munch-Museum in Oslo ein und raubten mitten im Publikum das weltberühmte Gemälde «Der Schrei» sowie ein weiteres mit dem Titel «Madonna» des norwegischen Künstlers Munch.

Die maskierten Männer zwangen die Wächter mit vorgehaltener Waffe, sich hinzulegen. Wie «Blick-online» am Sonntag, 22. August 2004, meldete, brach unter den Museumsbesuchern Panik aus. Sie glaubten zunächst an einen Terroranschlag. Die Räuber flüchteten unerkannt mit einem bereitstehenden Auto. Verletzt wurde zum Glück niemand.



Edvard Munch beeinflusste die Expressionisten mit seinen ausdrucksstarken Bildern. «Madonna» wurde ebenfalls geraubt.

Zuerst hatte der französische Rundfunksender France Inter den Diebstahl gemeldet. Rédacteur François Castang berichtete, er sei zufällig gerade im Munch-Museum gewesen, als die Diebe in die Ausstellungsräume eingedrungen und mit den beiden Gemälden geflohen seien. Die Bilder seien einfach mit Drähten an der Wand befestigt gewesen. Ein Alarm sei nicht ertönt. Die Polizei sei erst nach etwa 15 Minuten gekommen.



Kein Alarm - die Polizei soll erst 15 Minuten nach dem Raub eingetroffen sein. Bild: Munch-Museet in Oslo, Haupteingang.

Es ist nicht das erste Mal, dass das eindrückliche Werk von Edvard Munch (1863-1944) mit Kunstdieben in Berührung kommt. Im Februar 1994 stahl ein notorischer Munch-Bilderdieb aus Norwegen das Ölgemälde zusammen mit Helfern aus dem Nationalmuseum in Oslo. Drei Monate später tauchte «Der Schrei» wieder auf, nachdem die Polizei mit Hilfe von Experten von Scotland Yard Angebote zum Kauf des Bildes in norwegischen Kriminellen-Kreisen verbreiten liess.



Edvard Munch 1902 in seinem Atelier in Lübeck.

Update: Sonntag, 22. August 2004, 19 Uhr

Wie Radio DRS am Sonntag, 22. August 2004, 19 Uhr, in der politischen Tagessendung «Echo der Zeit» meldete, ist inzwischen das Täterfahrzeug mit einem zerstörten Bilderrahmen aufgefunden worden. Von den Tätern fehlt nach wie vor jede Spur. Das Gemälder «Der Schrei» soll für 50 Millionen Franken versichert sein. Munch hat vom «Schrei» mehrere Versionen erstellt, die im Osloer Munch-Museum gelagert sind.

Von Redaktion


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