Artikel vom 08.07.2004

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Basel - Allgemeines

Basler Buslinien werden ausgebaut

Änderungen und Erweiterungen des Basler Busliniennetzes bringen attraktiven Zusatznutzen für die Benutzer des ÖV in Basel-Stadt

Von Redaktion



Ja, die alten Zeiten noch…auch die alten Strassen noch…wie die alten Häuser noch und sowieso die alten Freunde noch (und was nicht noch alles), sind nicht mehr…Klingt ziemlich nach dem staatserhaltenden Schulmeister-Radio Beromünster, das es inzwischen auch nicht mehr gibt… Auch der öffentliche Verkehr ist nicht mehr wie in alten Zeiten - und das ist gut so für die Benutzer… Foto BVB

BASEL. bvb.- Für einmal lässt nicht ein Communiqué der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) zum Thema «Combino» Aufhorchen, sondern eine Medienmitteilung, die zahlreiche Neuerungen, sprich Verbesserungen im Liniennetz ankündigt. Allerdings: Der Abschied von den Trolleybussen ist für weitere Ausbaupläne unabdingbar.

Weil der Inhalt dieser Verlautbarung von BVB-Sprecher Pius Marrer nicht nur brisant, sondern eben auch interessant ist, übergeben wir ihm gleich selbst ausführlich und ungekürzt das Wort:

Mit Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 werden die BVB-Buslinien 30 und 33 neue Linienführungen erhalten. Der 30er wird - fast wie bis zum Jahr 1966 das alte 2er-Tram - vom Bahnhof SBB via Spalentor und Johanniterbrücke zum Badischen Bahnhof fahren. Gleichzeitig wird die Buslinie 33 nicht mehr über die Johanniterbrücke geführt, sondern ab Spalentor via Spitalstrasse ins Zentrum zur Schifflände.

Unselige Forderung «Ab de Schiine!»

Bis zum Jahr 1966 gab es mit dem alten 2er-Tram eine Direktverbindung vom Bahnhof SBB via Spalentor und Johanniterbrücke zum Badischen Bahnhof. Dieser Streckenabschnitt fiel damals - als einziger im gesamten baselstädtischen Tramnetz - dem Druck derjenigen Kreise zum Opfer, die mit dem Slogan «Ab de Schiine!» den als lästig empfundenen und den Autoverkehr behindernden Trambetrieb grundsätzlich durch einen Busbetrieb ersetzt haben wollten. Die Funktion des 2ers übernahm damals die Bus-, später Trolleybuslinie 33 (Wanderstrasse-Schützenhaus), die über die Johanniterbrücke verlängert wurde.

Ab Winterfahrplanwechsel 2004 wird die BVB nun diese verloren gegangene Direktverbindung des alten 2ers neu wieder anbieten: Der 30er Bus wird dann von der Haltestelle Frauenspital nicht mehr via Metzerstrasse und Kannenfeldplatz zum EuroAirport fahren, sondern über die Johanniterbrücke zum Badischen Bahnhof.



Diese Aufnahme ist wohl kaum um zwanzig ab Achti gemacht worden, dafür wirken diese Oldtimer-Buspassagiere der BVB doch viel zu entspannt… Foto: BVB

Der Flughafen wird ab 12. Dezember 2004 ausschliesslich mit der Direkt-Buslinie 50 bedient. Bei einer Zunahme des Flugverkehrs und, falls erforderlich, in Spitzenzeiten soll hier das Angebot der Nachfrage angepasst werden. Neu wird der 50er Bus auch an den Haltestellen Im Wasenboden/Bahnhof St. Johann und Friedrich Miescher-Strasse anhalten. Die damit angebotene Direktverbindung zum Bahnhof SBB wird man im Kannenfeldquartier sehr begrüssen.

Schützenmattquartier wird direkt mit Zentrum verbunden

Mit der neuen Linienführung des 30ers ist auch eine veränderte Linienführung für die Buslinie 33 verbunden. Diese wird wie bisher von der Wanderstrasse via Schützenhaus zum Spalentor und zum Bernoullianum fahren, von dort aber neu via Spitalstrasse ins Zentrum zur Schifflände. Die Fahrgäste des 33ers werden damit eine sehr attraktive Direktverbindung in die Innerstadt erhalten.

Von den neuen, für die Fahrgäste mit vielen Vorteilen verbundenen Linienführungen versprechen sich die BVB insbesondere auf der Linie 33 eine Zunahme bei den Fahrgastzahlen und entsprechende Mehreinnahmen. Auf dem 33er haben die BVB nämlich in den vergangenen Jahren kontinuierlich Fahrgäste verloren: -19% seit 1997!

Von der Wanderstrasse bis Schönenbuch…

Bereits weit fortgeschritten ist die Planung, die Buslinie 33 in Zukunft ab Wanderstrasse nach Allschwil und nach Schönenbuch zu verlängern, was einer weiteren Attraktivitätssteigerung gleich kommt.

Die neuen Linienführungen und die damit angestrebte Optimierung des Busnetzes haben zur Folge, dass auf dem 33er keine Trolleybusse mehr eingesetzt werden können. Dafür kann mit den vorhandenen Trolleybussen die Linie 31, von Ausnahmen abgesehen, bis zur geplanten Umstellung auf Diesel- oder Gasbetrieb wieder komplett mit Trolleybussen gefahren werden.

Dieselbusse ohne Russausstoss

Auch die von der BVB eingesetzten Dieselbusse, die ja schon heute sehr häufig auf dem 33er zum Einsatz kommen, sind sehr umweltfreundlich; sie verfügen über spezielle Filter, welche die Schadstoffe massiv reduzieren. Dank dieser Einrichtung gibt es bei allen neuen Dieselbussen der BVB keinen Ausstoss von Russpartikeln mehr, und auch der penetrante Dieselgestank ist verschwunden.

Keine Zukunft mehr für Trolleybusse!

Mittelfristig wird auch eine Verknüpfung der Linie 33 ab Schifflände über die Mittlere Rheinbrücke mit der Buslinie 31 angestrebt. Damit hätte man neben der sehr erfolgreichen Linie 34 eine weitere, Erfolg versprechende Durchmesser-Buslinie. Allerdings würde dies das definitive Ende des Trolleybusbetriebs bedeuten, weil dann auch auf dem 31er Diesel- oder Gasbusse zum Einsatz kämen.

In den nächsten zwei Jahren sollen entsprechende Entscheide vorbereitet werden. Grundsätzlich wird sich dabei die Frage stellen, ob man in Basel und seinen Vororten neue, attraktive und direkte Busverbindungen will, welche der BVB mehr Fahrgäste und auch mehr Einnahmen bringen und gleichzeitig die Betriebskosten reduzieren, oder ob man am unflexiblen und teuren Trolleybusbetrieb à tout prix festhalten will.


Pius Marrer, Mediensprecher BVB

Von Redaktion


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