Artikel vom 27.10.2014

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Kino

Hintergr├╝ndige Parabel

┬źKuzu┬╗ - echtes, sch├Ânes Kino mit tollen Lanschaftsaufnahmen Ost-Analtoliens in Panoramaformat von Kutlug Ataman zurzeit in Basel im Kino

Von Ottokar Schnepf



Der Bub Mert stellt im Film von Kutlug Ataman seine arme Familie vor ein grosses Problem, weil der muslimische Ritus ein grosses Opfer erfordert.


Ein Lamm bildet den Ausgangspunkt in diesem in wundersamen Schneelandschaften atmosph├Ąrisch dicht eingebetteten Film, der durch seine weit gefassten Panorama- und Landschaftsbilder und seine ruhige, fast beil├Ąufige Erz├Ąhlweise einen deutlichen Kontrast bildet gegen├╝ber den Sehgewohnheiten des Kinos.
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Schneeverhangene Berglandschaften, karge W├Ąlder voll Weidenruten und halbverlassene D├Ârfer im Hochland Ost-Anatoliens umspannen die Geschichte um einen Buben und seine phantasiebegabte Schwester, die sich auf den Weg begeben, um auf ihre Weise den Herausforderungen ihres d├Ârflichen t├╝rkischen Lebens zu trotzen. Eigentlich geht es um ein Lamm. ┬źKuzu┬╗, was auf deutsch Lamm bedeutet, nennt sich der Film des t├╝rkischen Regisseurs Kutlug Ataman.

Wie es die Tradition verlangt, wird in den Familien das Fest der Beschneidung gefeiert. Auch der kleine Mert muss sich der Prozedur unterziehen, doch Vater İsmail hat kein Geld, um die Feier auszurichten. Mutter Medine verdient den k├Ąrglichen Lebensunterhalt durch das Sammeln von Weidenruten. Niemand stellt ihnen das Lamm zur Verf├╝gung, das den G├Ąsten zum Fest serviert werden muss. Merts Schwester ├Ąngstigt ihren Bruder: Wenn der Vater kein Lamm auftreiben kann, werde er den eigenen Sohn schlachten ...

15 Jahre nach seinem gefeierten Film ┬źLola und Bilidiki┬╗ kehrt Regisseur Ataman mit einem weiteren Kleinod zur├╝ck und skizziert t├╝rkischen Dorfalltag in einfachsten Verh├Ąltnissen. Der Film zeichnet sich durch eine gro├če Liebe zu seinen Figuren aus und beleuchtet sowohl die seelischen N├Âte des verunsicherten Kindes als auch die Irrwege des schwachen, von der Last der Verantwortung ├╝berforderten Vaters.

Dass die Mutter schlie├člich eine L├Âsung findet, die ihr und den Kindern einen Weg in die Zukunft erm├Âglicht, geh├Ârt zu den ├╝berraschenden Wendungen dieser hintergr├╝ndigen Parabel, in der die winterliche Natur Anatoliens eine besondere atmosph├Ąrische Rolle spielt.



Filmemacher Kutlug Ataman mit seinen beiden ┬źStars┬╗ des Films: Sila Lara Cant├╝rk und Mert Tastan

Von Ottokar Schnepf


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