Artikel vom 31.03.2010

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Ottokars Cinétips

Mel Gibson ermittelt

Zwei Politthriller bereichern zurzeit das Basler Kinoprogramm: «The Ghostwriter» von Polanski und «Edge of Darkness» von Campbell. Der Unterschied könnte nicht grösser sein

Von Ottokar Schnepf



Mel Gibson - zupackend als der Mann fürs Grobe.


Roman Polanski liefert ein überaus spannendes und hochbrisantes Stück Kino, Martin Campbell hingegen einen brachialen Langweiler.

Der Hauptdarsteller in «Edge of Darkness», Mel Gibson, wurde berühmt als «Mad Max», spielte jede ihm angebotene Rolle vom Freiheitskämpfer bis zum Frauenversteher, inszenierte einen grauenhaften Jesus-Film; er ist jetzt in «Edge of Darkness» als Rächer unterwegs, in Hollywood sowieso der Mann fürs Grobe.

Die Tochter stirbt in seinen Armen, erschossen vor seiner Hautür. Alles deutet zunächst darauf hin, dass der Anschlag nicht der Tochter Emma, sondern dem Vater Tomas Craven galt, einem Polizeiinspektor in Boston.

Doch dessen Ermittlungen auf eigene Faust führen zu anderen Erkenntnissen. Bei Emmas Arbeit für die geheimnisvolle Firma Northmoor hat die junge Wissenschafterin offenbar Machenschaften entdeckt, die sie der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte. Nach «State of Play» ist «Edge of Darkness» das zweite Hollywood-Remake eines BBC-Mehrteilers.

Auch wenn mit Martin Campbell diesmal derselbe Regisseur verantwortlich zeichnet wie beim Original von 1985, waren die politischen Aspekte der Handlung seinerzeit wichtiger. Zwar gibt Mel Gibson dem Rächer eine gewisse Gebrochenheit, bei der sein Alter und die Erkenntnis des Versagens als Vater eine Rolle spielen, aber im Zweifelsfall tritt er ebenso biblisch-brachial auf wie einst in «Mad Max» oder in seinen Regiearbeiten.

So ist es kein Wunder, dass die wesentlich interessantere Figur ein geheimnisvoller Regierungsagent namens Darius Jedburgh (Ray Winstone) ist, der seine eigene Agenda zu verfolgen scheint. Und das war's dann schon.

Von Ottokar Schnepf


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