Artikel vom 08.05.2004

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Buchmesse

Zweiter Tag. Samstag, 8.Mai 2004

Wie erwartet: Grossandrang

Es hat sich herumgesprochen: Die BuchBasel 2004 hat an Attraktivität zugelegt

Von Jürg-Peter Lienhard

BASEL.- «Uff», seufzte die hübsche Securitöse am Eingang zur Buchmesse in der Halle 3 der Messe Basel. Ihr Stosseufzer meinte den unerwarteten Andrang schon vor der Toröffnung am Samstagmorgen. Zwar war sie vom Vortag gewarnt, als der Andrang am ersten Tag der Buchmesse richtiggehend überwältigend war. Aber dass Bücherwürmer und Leseratten Frühaufsteher sind, konnte sie sich nicht ausmalen…

Die Buchmesse war am Samstagmorgen ab Messebeginn bis kurz vor der Mittagspause fast überlaufen. Während der Mittagszeit nahm der Strom merklich ab, um dann gegen 14.30 Uhr wieder langsam anzuziehen; die Morgenspitze wurden aber nicht mehr erreicht.

Wie im ersten Messebericht vom Freitag, 7. Mai 2004, vermutet, waren die Abendveranstaltungen des Literaturfestivals - entsprechend den enormen Besucherzahlen der Buchmesse - äusserst stark besucht. Das Sudhaus in der alten Brauerei Warteck, ein «alternativer» Kulturraum, war gar ausverkauft.

Kunststück: Die Lesungen im Sudhaus wurden von der allerersten Sprecher-Garnitur der deutschen Theater- und Kinowelt bestückt: Wolfram Berger las Blaise Cendrars und André Jung aus Guido Bachmanns Skandalroman «Gilgamesch». Oder wie sich der ehemalige Berner Erziehungsdirektor hartnäckig immer wieder bei seinen flammenden Anklagen versprach: «Gilgamensch» - hätte er den «Gilgamesch» wirklich gelesen, wäre ihm der Sprechfehler aufgefallen; aber die Bibel las er wohl auch nicht.

Apropos «Wolfi», wie der auch als Imitator von Karl Valentin auftretende Grazer Schauspieler und Wahlbasler hierzulande in der Szene liebevoll genannt wird: Berger hat eine sprecherische Gewaltsleistung vollbracht und auf zwei DVDs herausgegeben: Den kompletten «Mann ohne Eigenschaften» von Robert Musil. Das sind zunächst mal fast 1700 Seiten Bibel-Dünndruck in über 68 Stunden gelesen - was auf den herkömmlichen CDs die bemerkenswerte Anzahl von 56 Silberscheiben ergeben würde…«Wolfi» ist somit ziemlich der einzige Mensch, den ich kenne, der eindeutig beweisen kann, dass er den «Mann ohne Eigenschaften» auch wirklich ganz von vorne bis hinten gelesen hat…

In der alten Volksdruckerei, dem «Café de l‘Imprimerie» in der Sanntihans, war gar bis in die frühen Morgenstunden ein Lesemarathon im Gang: Der Bilgerverlag lud zum «bilgerverlagsabend» mit Urs Augstburger, Daniel Goetsch, Elisabeth Wandeler, Alex Sadkowsky, Roger Monnerat, Christoph Simon, Kaspar Schnetzler und vielen anderen - auch hier bis nach Mitternach vor vollem Haus.

Es wäre wohl vermessen anzunehmen, dass das webjournal.ch an allen rund 40 Veranstaltungorten des Literaturfestivals in der Stadt vorbeigeschaut hat. Das haben wir dem «Erfinder» der BuchBasel und Organisator des Literaturfestivals, Matthyas Jenny, überlassen. Den Armen konnte man - mit etwas Glück - dabei beobachten, wie er von Lokal zu Lokal hechtete: Ausser Atem, gestresst, leicht angeschwitzt und zu kaum mehr als drei Sätzen zu haben…

Obiges ist nur ein kurzer Blick ins Geschehen des ersten Abends am Liteaturfestival. Bedenken Sie, dass die Schreiber des webjournal.ch eben an der BuchBasel einen Stand zu betreuen haben, unzählige Auskünfte geben müssen, die Leute zum Eintrag ins Messetagebuch einladen und dann erst noch versuchen «live» aus der Messe zu schreiben. Geht nicht, nicht ganz so, wie gedacht, denn auch dieser zweite Messebericht landete in einer ersten Fassung im Nirwana. Dieser hier ist auch wieder aus dem Gedächtnis rausgeholt - da war er nämlich gesichert…

Von Jürg-Peter Lienhard


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