Artikel vom 22.10.2009

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Basel - Allgemeines

Basler Regierung in corpore an Cohn-Gala

Stehende Ovation für «The children of Huang Shi», der neusten Produktion von Arthur Cohn

Von Jürg-Peter Lienhard



Der Film berührte das Publikum, das sich bei Arthur Cohn mit anhaltend stehendem Applaus herzlich bedankte Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Dass der Basler Film-Produzent Arthur Cohn den Ruf seiner Heimatstadt in die Welt hinausträgt dankte der Basler Regierungsrat am Mittwoch, 21. Oktober 2009, mit vollzähligem Aufmarsch an der Gala-Vorführung seiner jüngsten Produktion «The Children of Huang Shi» im praktisch vollbesetzten Musical-Theater der Messe Schweiz. Aber auch Bundesrätin Doris Leuthard liess sich die Vorführung nicht entgehen, ebenso wie eine ganze Reihe prominenter Gäste sowie einer hochrangigen chinesischen Vertretung.



Cohn (links) neben Anne-Sophie Mutter mit Bundesrätin Doris Leuthard (Mitte) sowie dem chinesischen Geschäftsträger in Bern mit Gattin. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009



Arthur Cohn wäre kein Basler, wenn er nicht auch Witz in seine Ansprache bringen kann. Und das tat er zum Vergnügen seiner Gäste, gewürzt mit liebenswürdigem Charme. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Doch zuerst zum Film: Er handelt von China in der Zeit des Bürgerkrieges und der japanischen Eroberung am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. In der Provinzstadt Lingbao gingen die japanischen Eroberer mit grausamer Gewalt gegen die chinesische Zivilbevölkerung vor. Ein englischer Reporter namens George Hogg entrann nur knapp seiner Ermordung, weil die Japaner sein Filmmaterial beschlagnahmen konnten, womit er ein Kriegsverbrechen, die Exekution von Frauen, Kindern und Alten, aufgenommen hatte. Auf seiner Flucht machte er Bekanntschaft mit der neuseeländischen Krankenschwester Kathleen Hall, die ihn dazu brachte, dass er die Obhut von verwahrlosten Buben eines heruntergekommenen Waisenhauses übernahm. Er entlauste seine Schützlinge und fand Mittel, um sie selbst zu versorgen und gab ihnen Unterricht. Als die Japaner vorrückten, aber auch als die chinesischen Nationalisten von Tschang Kai-Tschek die Buben als Kanonenfutter beanspruchen wollten, brach er mit 60 Kindern und in Begleitung der Krankenschwester zu einem 750 Kilometer langen Fussmarsch über verschneite hohe Berge auf, um sich in Sicherheit in der kriegsabgewandten Gegend von Lanzhou nach Shandan in der Provinz Gansu zu bringen. Er meisterte zwar den Gewaltsmarsch ohne Verluste, starb aber wenig später nach Ankunft an einer Blutvergiftung, die er sich mit einer banalen Wunde geholt hatte.





Regisseur Roger Spottiswoode fing betörend schöne Bilder von betörend schönen chinesischen Landschaften ein. Fotos: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


Arthur Cohn sagte bei der Begrüssung der enormen Zahl seiner Gäste, dass ihm die amerikanischen Gewalt-Filme zuwider seien. Aus kommerziellen Gründen seien amerikanische Filme zu rund 80 Prozent mit Szenen bestückt, die nichts anderes zum Thema haben als Gewalt um der Gewalt willen.



Der Mann vor der Grossleinwand wirkt etwas verlassen… Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009




Arthur Cohn (Mitte) mit Anne-Sophie Mutter während der «standing ovation». Fotos: J.-P. Lienhard, Basel © 2009

Auch in «The Children of Huang Shi» komme Gewalt vor, die sei aber durch die Geschichte gegeben. Und dort, wo es darum gehe, die Gewalt in ihrer brutalsten Maske zu denunzieren, da dürfe auch der Film nicht die Augen vor Gewalt verschliessen.

Der Film ist denn auch ein Plädoyer gegen Krieg und Gewalt. Mitten im Chaos der Gewalt tut der englische Reporter Hogg nach anfänglicher Ablehnung genau das, was ihm sein Schicksal aufgibt: Er nimm die Waisenkinder unter seinen Schutz. Im Abspann kommen dann einige über 80-jährige Männer zu Wort; es sind die Waisenknaben, die Hogg gerettet hat. Sie geben ein rührendes Zeugnis von Hogg und vom Gewalts-Fussmarsch, der ihre Rettung war. Eine wahre Geschichte.



Kaffee? Die beiden Hauptdarsteller Radha Mitchell als Krankenschwester Kathleen Hall und Jonathan Rhys Meyers als George Hogg. Foto: J.-P. Lienhard, Basel © 2009


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Von Jürg-Peter Lienhard

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