Artikel vom 24.03.2009

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Ottokars Cinétips

Türkische Romanze

«Issiz Adam» mit Cemal Hünal und Melis Birkan im Basler Kino Küchlin

Von Ottokar Schnepf



Während Blödel- und Teenie-Filme in den Kinos Vorrang haben, gibt es unbeachtet von (Schweizer) Publikum und den Medien Filme für unsere türkischen Mitbewohner, die etwas zu sagen, genauer: zu zeigen haben.


In einem der Pathé-Kinos im Küchlin ist zurzeit der türkische Kinohit «Issiz Adam» zu sehen. Alper heisst der von sich sehr eingenommene Restaurantbesitzer in Istanbul. Eigentlich fehlt ihm nichts, er kocht gern gut und liebt Musik. Doch innerlich leidet der geschiedene Mann an einer uneingestandenen Sehnsucht nach menschlicher Nähe, bei gleichzeitiger Bindungsangst.

Als er die selbstbewusste Ada kennen lernt, verspürt der türkische Yuppie erstmals wahre Liebe, ein Gefühl von Glück, das allmählich in Panik umschlägt.

In der Türkei lockte diese gradlinig inszenierte Liebesgeschichte über 2,5 Millionen Zuschauer ins Kino, was vor allem dem glaubwürdigen Spiel der beiden Hauptdarsteller Cemal Hünal und Melis Birkan zuzuschreiben ist. So empfindet man Mitgefühl für Alpers langes, hartnäckiges Werben um die zunächst abweisende Ada.

Zum Publikumserfolg bei trugen auch die nostalgisch stimmenden Lieder aus den 80ern sowie Alpers Sexleben, das für türkische Kinoverhältnisse äusserst frivol inszeniert ist - mit Fesselung, einem Dreier und Drogengenuss.

Voller Zartgefühl ist der Moment, in dem Ada den Mann von seiner libidonösen Verkrampfung befreit. Ein empfehlenswerter Film über das Kochen, die Musik und die Liebe.

Von Ottokar Schnepf


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