Artikel vom 19.02.2009

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Basel - Allgemeines

Glück im Stall - bei Minustemperatur

Die schottischen Hoclandrinder sind nicht nur genügsame Tiere, sondern können auch einen wichtigen Umweltbeitrag leisten

Von Redaktion



Braucht keine warmen Windeln: Neugeborenes schottisches Hochlandrind im Basler Zolli. Foto: Zoo Basel © 2009


Im Basler Zolli sind bei Minustemperaturen, am 22. Dezember 2008, und am 30. Januar 2009, ein weibliches und ein männliches Hochlandrind zur Welt gekommen. Die robusten Kälbchen sind extrem genügsame Pfleglinge. Sie brauchen weder Unterstand noch beheizten Stall. Solange bei ihren Müttern genügend Milch «fliesst», mangelt es ihnen an nichts.

In der Schweiz sind die Schottischen Hochlandrinder wegen ihrer Anspruchslosigkeit zu beliebten «Landschaftspflegern» geworden (z.B. in der Petite Camargue Alsacienne). Sowohl Bauern wie Naturschützer nutzen ihre vorteilhafte Qualitäten gleichermassen.

Gelassen trotzen sie der Witterung. Kälte, Wind, Schnee oder Regen beeindrucken die Schottischen Hochlandrinder im Zolli wenig. Ihr zottiges Fell mit der dichten, gut isolierenden Unterwolle schützt sie wirksam gegen tiefe Temperaturen und Wind.

Im Gegensatz zu anderen Tierarten stellen selbst neugeborene Kälbchen keine speziellen Anforderungen an das sie umgebende Klima. Es sind Beobachtungen überliefert, die über erfolgreiche Geburten bei minus 45° C berichten. Verglichen damit waren die Bedingungen bei den Zolligeburten im Dezember und Januar harmlos. Die beiden Jungen, es sind ein Kuh- und ein Stierkälbchen, entwickeln sich gut und mit ihrem drolligen Aussehen haben sie längst die Herzen der Besucherinnen und Besucher erobert.



Gugguuseli - wer guckt denn da? Wenn man Glück hat, darf man es streicheln; es ist zu süss, das Hochland-Kälblein mit dem treuherzigen Blick. Foto: Zoo Basel © 2009


Schottische Hochlandrinder werden seit Jahrhunderten im Nordwesten Schottlands rein gezüchtet. Sie haben in ihrem Aussehen bis heute etwas von der wilden Schönheit des Auerochsen bewahrt. 1993 erfolgten die ersten Importe in die Schweiz, nachdem die Landwirtschaft und der Naturschutz die Nützlichkeit dieser urtümlichen Rinderrasse entdeckt hatten. Eine wachsende Anzahl Bauern lässt maschinell und rationell nicht zu bewirtschaftendes Gründland von den Rindern beweiden. Sie wirken mit dieser Massnahme der Verbuschung und Verwaldung von extensiv genutzten Flächen entgegen und leisten dadurch einen sinnvollen Beitrag zur Erhaltung von Kulturland mit hohem Erholungswert.

Auch der Naturschutz macht sich die ökologische Bewirtschaftung zu Nutze. In einer sieben Jahre dauernden, wissenschaftlich begleiteten Studie konnte in der Petite Camargue Alsacienne nachgewiesen werden, dass das Wechselweidekonzept mit Hochlandrindern die Artenvielfalt und die Artendichte in diesem regional bekannten Feuchtgebiet nachhaltig gefördert hat. Die Ergebnisse bildeten nachher die Grundlage für ähnliche Konzepte in anderen Naturschutzgebieten.

Im Neeracherried führte die Beweidung mit Schottischen Hochlandrindern gar zu einer kleinen Sensation. Die schonungsvolle Landschaftspflege durch die Weiderinder schaffte qualitativ neuen Lebens- und Brutraum. Kiebitz und Bekassine sind zurückgekehrt und brüten seit nunmehr sechs Jahren wieder in dieser Gegend.



Mutter mit Kindern: Auffallend sind die enormen Zitzen, die nichts mit den Eutern «unserer» Rinder gemein haben. Foto: Zoo Basel © 2009


Von Redaktion


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