Artikel vom 30.04.2008

Druckversion

Basel - Allgemeines

LSD-Erfinder gestorben

Albert Hofmann wurde 102 Jahre alt

Von Redaktion



Albert Hofmann. Foto: Stefan Pangritz, Wikipedia


Der Chemiker Albert Hofmann, der durch Zufall die halluzinogene Droge LSD entdeckt hat, ist am Dienstag, 29. April 2008, hochbetagt in seinem Heim in Burg (Leimental, Kanton Baselland) gestorben. Wie die Gemeinde am Mittwoch, 30. April 2008, mitteilte, ist der 1906 in Baden (Kanton Aargau) geborene Hofmann sanft entschlafen; er wurde 102 Jahre alt.

Die von ihm 1943 durch puren Zufall - oder besser: durch unsaubere Arbeit - entdeckte Substanz Lysergsäure-Dyethylamid (LSD) wurde in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Droge Nummer eins der Hippie-Generation.

Hofmann realisierte die Wirkung der Droge nach einem Selbstversuch in ganz anderer Absicht: Er suchte nach einer Substanz für eine Anwendung in der Psychiatrie und schluckte sie, bevor er sich mit dem Velo auf den Heimweg machte, wo er von einem wahrlichen Höllenritt überrascht wurde.

Das in die heutige Novartis eingegangene frühere Chemie- und Pharma-Unternehmen «Sandoz», wo Hofmann in der Forschung beschäftigt war, produzierte das Produkt LSD zunächst in Ampullen- und Dragée-Form, bis es auf Druck der amerikanischen Drogenbehörden verboten wurde und Sandoz danach die Produktion einstellte.


Notiz am Rande

Der inzwischen verstorbene amerikanische «Drogen-Papst» und Buchautor zum Thema «bewusstseinserweiternde Drogen», Timothy Leary, besuchte im Jahr 1972 Albert Hofmann auf Burg im Leimental (Kanton Baselland) und danach das Restaurant «Kunsthalle» in Basel. Bei dieser Gelegenheit wurde er Augenzeuge, wie ein englischer Künstler namens Bryan Rodwell den Journalisten Jürg-Peter Lienhard (heute Editor von webjournal.ch ) auf der Rückseites eines grossformatigen Briefumschlages mit Bleistift porträtierte. Leary ergriff das Kunstwerk und setzte ungefragt sein Autogramm mit der Formulierung: «Phantastic say I, Timothy Leary, Basel, Dez. 72» darunter. Eigentlich war dies ein unzulässiger Eingriff in ein fremdes künstlerisches Werk, doch Leary stand eindeutig unter Einfluss des Hoffmann'schen LSD. Nicht aber der Porträtierte, der sich nie mit anderen Drogen als mit einem guten Tropfen vergnügte…




Jürg-Peter Lienhard, Editor webjournal.ch, porträtiert vom britischen Künstler Bryan Rodwell, Dezember 1972, Bleistift auf Papier. Mit Kommentar von Timothy Leary (angebracht in Basel).



Leserbrief

«LSD ist keine 'Erfindung' sondern ist natürlich vorhanden, und zwar im Mutterkorn. Grundelement der
Mutterkornalkaloide ist Ergolin. Daraus leiten sich zwei Gruppen ab, eine davon die Lysergsäurederivate.
Wenn Menschen im Mittelalter mit Mutterkorn verseuchtes Getreide verzehrten, gingen sie auf
einen von den Lysergsäurederivaten induzierten 'Trip', damals 'St.Veit's Tanz' genannt.
Nihil novi sub sole.» anonym


Antwort des Editors

Guten Abend anonymus! (Ausnahmsweise Antwort auf eine anonyme Zustellung).

Sie haben ganz recht - LSD ist keine «Erfindung», sondern eine Entdeckung, d.h. die Wirkung dessen (bin eben kein Chemiker!). Ich habs korrigiert.

Gleichwohl dürfen Sie doch so eine Feststellung mit Ihrem Namen unterzeichnen oder sollten sie zumindest nicht anonym mitteilen: Ich bin kein Menschenfresser und schon gar nicht einer, der auf freundliche Hinweise rabiat reagiert - zumal, wenn ich der Urheber unpräziser Angaben bin…

Und was Ihre lateinische Bemerkung betrifft: Die hingegen müssen Sie MIR schon gar NICHT beibringen: Es gibt tatsächlich (fast) nichts Neues unter der Sonne! Das wusste schon Kohelet vor 4000 Jahren, denn genau diese Erkenntnis formulierte er in der Bibel auf Hebräisch - die lateinische Übersetzung geschah wohl erst nach Christus… jpl

Von Redaktion

Für weitere Informationen klicken Sie hier:

• Foto von Albert Hofmann: © Stefan Pangritz


Klicken Sie hier, wenn Sie fortan bei neuen Artikeln dieses Autors benachrichtigt werden wollen!


Anzeige:

PlagScan



Nach oben


Copyright © 2003 by webjournal.ch

 

Die Funktion Newsletter ist wegen Spam blockiert. Schreiben Sie eine Mail an info(ad)webjournal.ch mit dem Betreff: «Bitte newsletter zusenden» Besten Dank für Ihr Verständnis.